12 (nein 13) von 12 im Juli

Heute nehme ich euch mit durch meinem Vormittag als EM-Rentnerin *lach und eine kleine Zugabe vom Nachmittag

Brille putzen – sonst gibt’s keinen Durchblick
Wicktiger Hinweis und wer zum Henker macht für vor dem Aufstehen Termine???
Um 6:20 Uhr ist es noch schön kühl
Frauchen, wieso bist du so früh fertig? Können wir dann schon los?
„Muss“ für den Waldweg…
…den nehme ich heute nicht und freue mich über Feldwegblümchen
kleine Pflichtaufgabe
Einkauf – mit Spielzeugkram fürs Enkelchen
Lymphdrainage für die Katz‘ – sonst würde der Ring runterflutschen
Hä? Was kann das denn sein?
Ach so – die Zahlen der Rentenanpassung
Nerviges Gerät, ständig leere Akkus – nu fliegt’s weg
Foto von Hund und Enkelbaby als Zugabe

Bügeln, meditieren und positive Psychologie

Hast du schon mal überlegt, wie Bügelwäsche (oder natürlich jede andere Pflichtaufgabe) dein Belohnungssystem aktiviert und warum es für manche „schönen“ Aufgaben erst deine Erlaubnis braucht?

Mal Hand aufs Herz. Bügelst du gerne? Oder machst du es widerwillig, weil es ja gemacht werden muss? Oder kannst du dir den Luxus leisten, bügeln zu lassen?
Ich will jetzt keine Grundsatzdiskussion starten, wer bügeln sollte – also im Bezug auf Rollenverteilung etc.

Dampfbügelstation in meinem Keller

Worauf ich mit diesem Artikel hinaus möchte, ist die Wirkung von erledigten Aufgaben im Gegensatz zu Prokrastinieren auf seinen Hormonspiegel.

Wenn du also selbst bügeln musst, wie organisierst du diese Tätigkeit?
Bist du Team „voller Korb, heute nur was ich morgen anziehe“ oder Team „zeitnah nach der Wäsche und alles auf einmal“? Oder lässt du dich gar von dem vollen Wäschekorb, der mitten im Wohnzimmer steht, ständig geradezu anschreien?

Symbolbild Wäscheberg

Ich bin eigentlich im zweiten Team, allerdings verschiebe ich auch schon mal auf den nächsten Waschtag, um mich dann zu ärgern, dass es doch wieder viel ist. Wobei „viel“ auch relativ ist bei zwei Personen und bügelleichten Hemden und Oberteilen, die nur mal einen Dampfstoß benötigen. Mir ist das manchmal auch mit fünf Teilen zu viel – du weißt schon, meine Fatigue.
Zurück zum eigenen Belohnungssystem und Hormonspiegel.
Als ich letztens gebügelt habe, fiel mir wieder einmal auf, dass ich gerne bügele und es wie Meditation für mich ist. Quasi eine bewegte Meditationsform, die noch dazu ein sichtbares Ergebnis erzeugt.
Dabei kamen mir viele Gedanken und auch die Idee, mal einen Artikel darüber zu schreiben. Den liest du jetzt gerade.

Kennst du das eigentlich auch, dass du dir schöne Sachen erst erlaubst, wenn du die längst überfällige Pflicht erledigt hast? Also bei mir ist das tatsächlich oft so. Im Hinterkopf schwirrt immer das Bild des z.B. seit Wochen vollen Wäschekorbs und ich verbiete mir solange angenehme Tätigkeiten wie Hobbys o.ä. bis die Aufgaben erledigt sind 

Und was ist dann? Dann habe ich weder etwas geschafft noch mir etwas gegönnt. Dann wächst der Ärger darüber, dass ich schon so lange verschoben habe und so weiter… Bescheuerte Spirale, du weißt schon. Übrigens erlaube ich mir erst ein neues Handarbeitsprojekt anzufangen, wenn das vorige fertig ist – das ist genauso bescheuert. Denn dadurch mache ich mir Druck, die Laune sinkt und die Motivation wird dadurch definitiv nicht größer. Ich sollte mal über eine Strategieänderung nachdenken. Darüber sinniere ich demnächst mal gründlicher nach und werde vielleicht auch etwas dazu schreiben.

Manche tauschen einfach Pflicht gegen Kür und machen nur schöne Dinge, regen sich dann über die unerledigten Aufgaben auf und sind ggf. unzufrieden, obwohl sie ja ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen sind. Auch nicht die ideale Lösung.
Und wieder andere bügeln gar nicht – ja, geht auch, wenn man gerne zerknittert rumläuft und nicht unbedingt bei einer Bank oder so beschäftigt ist.

Also das käme bei uns nicht in Frage. Ich bügle zumindest keine Unterwäsche, Küchenhandtücher oder Bettwäsche, nur die Oberteile habe ich gerne glatt.
Also habe ich als ToDo-Listen-Nutzerin mir einen festen Terminen für Pflichtaufgaben geschaffen. Ich bügele alle drei Wochen mittwochs bzw. freitags, je nachdem wann mein planmäßiger Waschtag war (circa alle 10 Tage darf meine Bügelstation also ran). Und meistens ist der Wäschekorb danach wirklich auch leer.

leerer Bügelwäschekorb in meinem Keller

Ich möchte hier nichts über den Sinn oder Unsinn von ToDo-Listen erörtern. Jeder muss selbst wissen, ob und in welchem Umfang solche Listen gut für einen sind, ob man vielleicht auch seine Ich-Zeit oder Zeiten für Hobbys darin aufnimmt.
In einem anderen Blogartikel habe ich schon mal etwas über Pläne aus meiner Sicht und mit Blick auf meine Fatigue geschrieben.

Meistens funktioniert meine ToDo-Liste auch. Aber eben nur, weil ich sonst nicht viel zu erledigen habe an diesen Tagen, weil ich mir den Tag genau dafür frei gehalten habe – bzw. die Zeit großzügig und auch Pausen einplane.
Und als luxuriöse Zugabe kann ich immer noch entscheiden, doch nicht zu bügeln  (und dann geht es eben mit der Prokrastinationsschleife weiter).

So, also schauen wir mal weiter und nehmen an, dass ich gebügelt habe. Damit kreiere ich mir persönlich nun zum einen meine Erlaubnis für meine Lieblingsbeschäftigung. In meinem persönlichen Fall wären es z.B. Handarbeiten.
Wenn es nun meine Fatigue zulässt „darf“ ich jetzt bis zum nächsten vollen Wäschekorb handarbeiten, Spaß haben usw.
Zum anderen freue ich mich darüber, diese Aufgabe erledigt zu haben, es geschafft zu haben und ein Häkchen in meiner ToDo-App setzen zu können. Ich bin zufrieden damit und mit mir. Das kann manchmal so einfach sein.

Erledigte Aufgaben erhöhen den Dopamin-Spiegel und du spürst ein wohliges Gefühl. Eine Art Belohnung. Ohne jetzt genau wissenschaftlich auf die ganzen Wirkungen von Dopamin einzugehen, nur kurz:

Dopamin dient im Gehirn der Kommunikation der Nervenzellen untereinander, ist also ein Nervenbotenstoff (Neurotransmitter). In bestimmten „Schaltkreisen“ vermittelt er dabei positive Gefühlserlebnisse („Belohnungseffekt“), weswegen er – so wie auch Serotonin – als Glückshormon gilt. Im Vergleich zu Serotonin bewirkt Dopamin aber eher eine längerfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung. Quelle: Netdoktor.de

Somit hat das erledigen der Bügelwäsche eigentlich nur Vorteile. Erledigung, Glückshormone und Belohnung (die du dir natürlich auch in deiner bevorzugten Form selbst gönnen darfst, wenn der Anblick des leeren Wäschekorbs nicht Belohnung genug ist).
Ich liebe es, während ich bügelmeditiere und wenn ich anschließend fertig bin und die schön aufgereihten Bügel auf dem Wäscheständer sehe.

fertige Bügelwäsche aufgebügelt

Einen Pluspunkt habe ich übrigens noch vergessen: wenn man die Möglichkeit hat, in einem separaten Raum zu bügeln – egal ob Keller, Schlafzimmer, Waschküche etc. – dann hat man sogar noch ein kleines bisschen Zeit für sich, kann die Musik aufdrehen, in sich gehen, Glotze dabei schauen – was auch immer, vielleicht mal ohne PartnerIn, Kinder, Schwiegereltern in Hörweite. Sorry, der Punkt ist nicht wirklich 100% ernstgemeint – aber kann…

Also los, Bügeleisen an, Bügelbrett aufstellen und loslegen.

Jetzt muss bei mir nur noch das Hemden-Taxi kommen. Das übernimmt mein Schatz auf Zuruf, an den ich ihn auch nicht alle 6 Monate erinnern muss.
Das ist natürlich Spaß, ein Witz gewesen. Noch bevor der Artikel veröffentlicht ist, sind die gebügelten Oberteile schon in den Schränken verstaut.

Ich hoffe, der Artikel hat dir gefallen. Wie immer ein Mix aus Persönlichem, (nicht ganz ernst gemeinten) Tipps, Hintergrundinfos und Links.

Wenn du mir einen Kommentar hinterlassen magst, freut sich übrigens mein Glückshormonspiegel auch sehr.

Warum ich mich von meiner mal gedachten Zielgruppe verabschiede

Oder: passt überhaupt mein Thema noch`?

In meinem letzten Blogartikel habe ich erzählt, warum ich keine gute Coachin wäre.
Was hat denn jetzt auch noch meine Zielgruppe damit zu tun?

Tja nun, als Zielgruppe hatte ich ja gedacht, dass ich natürlich als Fatigue-Betroffene Fatigue-Betroffene coachen, beraten, trainieren würde. Idealerweise auch Brustkrebs-Patientinnen und bei Bedarf, auf Wunsch natürlich auch andere Krebserkrankte, die an tumorassoziierter Fatigue leiden.

Warum ist das denn jetzt nicht mehr meine passende Zielgruppe?

Ganz einfach! Ich möchte mich nicht mehr ständig mit den Themen beschäftigen. Ich möchte mich nicht mehr als Brustkrebs-Patientin sehen. Ich möchte auch das Thema Fatigue endlich hinter mir lassen. Ich will das nun mal loslassen!
Das heißt natürlich nicht, dass ich meine Fatigue los geworden bin. Im Gegenteil, meine Fatigue bleibt. Das merke ich täglich. Sie ist eine chronische Langzeitfolge nach den Behandlungen meiner Brustkrebserkrankung.
Nur habe ich irgendwie das Gefühl, dass die Fatigue präsenter ist, wenn ich ihr mehr Aufmerksamkeit schenke.

Ich sage auch bewusst nicht, dass ich an der krebsbedingten Erschöpfung leide. Sie ist halt da, begleitet mich. Im Laufe der Jahre habe ich mich damit arrangieren müssen. Ich habe die Fatigue als Begleitung akzeptiert. Mehr möchte ich nun damit nicht mehr zutun haben. Es reicht mir! Ich bin weder die Brustkrebserkrankung noch die Fatigue – ich bin ICH!

Wieso denke ich so? Ganz einfach! Immer wenn ich mich intensiv mit dem Wesen der Fatigue, den Ursachen und den möglichen Behandlungsmethoden beschäftige, bemerke ich, dass meine eigene Fatigue stark ausgeprägt ist und wie ich mich innerlich dagegen sträube und in Widerstand gehe.
Aus der Achtsamkeitspraxis kennst du vielleicht die „Rechnung“ Schmerz x Widerstand = Leid.

Und Leid ist so gar nicht meins. Genauso wie Jammern. Ich mag weder leiden noch jammern. Allerdings ist es an manchen Stellen durchaus angebracht, mal etwas zu jammern – aber das ist ein Thema für sich. Deshalb muss ich eben für mich etwas ändern. Da kommt dann auch die lösungsorientierte Optimistin wieder zum Einsatz.
Wenn etwas nicht passt, darf sich etwas ändern. Dafür suche ich meine Lösungen.
Für dieses Thema habe ich nun meine Lösung gefunden.

Ab sofort werde ich den Hauptfokus nicht mehr auf Brustkrebs und Fatigue legen. Klar, ich lebe mit beidem, werde das jetzt nur noch bei Lust und Laune bzw. bei passenden Themen einfließen lassen.
Und deshalb ist meine ursprüngliche Zielgruppe passé.
In Zukunft werde ich auch weiterhin gerne über meine Brustkrebs-Erkrankung und die Behandlungen sprechen, wenn es gefragt ist. Schließlich ist das ein wichtiges Thema, was vor allem von Betroffenen verbreitet werden darf.
Da es mir nur nicht gut damit geht, wenn ich anfangen will, eine Art Programm oder so auszuarbeiten, lasse ich DAS eben bleiben.
Genauso wichtig ist das Thema Fatigue und dass es in den Köpfen von Betroffenen und Ärzten präsenter ist – nicht so wie vor 6 Jahren noch, als mir der Psychiater sagte, das gäbe es überhaupt nicht.

Wie gesagt, es bleiben meine Themen, nur nicht mehr auf „professioneller“ Ebene.
Dafür reicht auch meine Energie nicht aus.
Ich zerdenke mir den Kopf wie ich etwas entwickeln könnte, was nützlich für meine Zielgruppe ist. Ich recherchiere, tippsel, lese… Und dabei vergesse ich mich. Wenn mir dies bewusst wird, merke ich wie platt und k.o. ich bin und dann baut sich mein Widerstand auf. Es ist für ein funktionierendes Stopp dann schon zu spät, der Kopf wird Matsch, der Brainfog greift um sich, der ganze Körper ist erschöpft. Und dazu habe ich einfach keine Lust.
Das war es ja auch in meinem Halbtags-Bürojob, weshalb ich mittwochs spätestens k.o. war und bei weiterer Nichtbeachtung arbeitsunfähig ausgefallen bin. Das hat ja letztendlich zur vollen Erwerbsminderung geführt.
Ich kann einfach nicht mehr so wie ich das will – möchte – mir vorgenommen hatte – ich es mir ausgemalt hatte.
Und weil mich das alles zusätzlich belastet, ziehe ich endgültig einen Schlussstrich unter das Kapitel „Coaching für Fatigue-Betroffene“.

Ich bin ab sofort nur noch für mich da, also hauptsächlich – denn mein Schatz und meine Lieben sind ja auch noch da. Die kennen mich ganz gut und wissen, wenn ich erschöpft bin, dann falle ich halt aus und ziehe mich mal zurück. So wie ich gestern den Besuch meiner zuckersüßen Enkelin abgesagt habe, weil ich von dem Nachmittag des Vortags mit der Kleinen inkl. meiner Tochter und Schwiegersohn noch so platt war und es mir nicht gut ging. Das war nicht so einfach, weil die kleine Maus natürlich echt niedlich ist. Nur würde es mir wahrscheinlich anschließend noch schlechter gehen, so dass ich dann in dieser Spirale hängen bleibe.

Nein-Sagen in solchen Fällen musste ich auch erstmal üben. Meine Familie macht es mir dabei leicht und hat vollstes Verständnis. Daher an dieser Stelle auch ein dickes Dankeschön.
Kleine Notiz am Rand: ich habe heute bei Alexandra Cordes-Guth an einem Schreibmagie-Workshop teilgenommen. Und selbst da drehte es ich irgendwie um das Loslassen der Themen Brustkrebs und Fatigue. Ich verrate hier mal meine Essenz:
„Fang an, tu’s! Du bist für dein Er-Leben verantwortlich! Nicht nur Überleben ist wichtig! Kreiere deine Erlebnisse! Los! Jetzt! Du darfst das!“
Ich möchte meine Erkrankungen als Nebensache in meinem Leben sehen und alles er-leben was ich mir träume, wünsche – als Scannerpersönlichkeit werden das viele Erlebnisse. Und eben mit meiner Fatigue brauche ich für alles etwas länger und es erfordert Fokus. Und den setze ich nun auf meine Erlebnisse.

Habe bzw. brauche ich denn jetzt überhaupt noch eine Zielgruppe?

Ich formuliere es mal so: da ich niemanden coachen, beraten, trainieren will, keine Kurse anbieten werde und (noch) kein neues Hauptthema benennen möchte, habe ich alle und keinen als Zielgruppe. Ich brauche auch keine Nische mit „der“ Zielgruppe mehr.

Vielleicht möchtest du mir weiterhin folgen, egal zu welchem Personenkreis du gehörst. Ich mag ja auch diese Festlegung und Spezialisierung gar nicht wirklich.
Ich mag Persönlichkeiten, Individuen, Menschen, Köpfe, Charaktere.

Jede/r ist einzigartig. Deshalb gibt es auch niemals DIE ultimative, universelle Lösung für alle und jeden. So denke ich nämlich und das war ja auch ein Grund, warum ich keine gute Coachin wäre.

Was könnte denn demnächst hier Thema sein? Ja das habe ich mich auch gefragt.
In einem anderen Blogartikel habe ich umfangreich geschildert, wie ich wurde, was ich bin: Freundin von Glück, Fröhlichkeit und Dankbarkeit!
Das sind schöne Themen. Über die möchte ich gerne mehr erzählen. Dazu gehören auch Dinge wie Positive Psychologie, Scannerpersönlichkeit, Stressreduktion, Achtsamkeit, Meditation, Lachyoga, Neurographik etc….und natürlich fließt auch gelegentlich, ganz peripher mein Umgang mit meiner Fatigue darin ein.

Wenn du Lust hast, mehr über diese Themen von mir zu lesen, dann lade ich dich herzlich ein, meinem Blog hier und/oder meiner Instagram-Seite zu folgen.

Lass uns gerne auch vernetzen – in Social Media geht das so schön einfach. Und einfach ist gut.