Fun Facts über mich

Was du (vielleicht) von mir noch nicht wusstest, (sehr wahrscheinlich) nie wissen wolltest und jetzt unbedingt lesen darfst

  1. Mönchengladbach ist meine Geburts- und Heimatstadt, die einzige Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen.
  2. Obwohl mein Vater, meine Großeltern und meine Uroma richtig Gladbacher Platt gesprochen haben, kann ich es nur verstehen und leider nicht sprechen. Die Gladbacher Sprachmelodie hört man trotz mehr als 25 Jahre in Hessen manchmal immer noch sehr deutlich – ich sage nur „Schpochtschau“.
  3. Häkeln habe ich von meiner Oma gelernt als ich 5 war. Stricken war mir als Kind und Teenager zu kompliziert.
  4. Meine Eltern ließen sich scheiden als ich etwa 6 Jahre alt war. Das Verhältnis meiner geschiedenen Eltern zu einander und zu den neuen Partnern war/ist super – davon habe ich profitiert – ich bin ein glückliches Scheidungskind.
  5. Übrigens war ich selbst schon vier Jahre verheiratet als meine beiden Eltern im Abstand von einer Woche nacheinander jeweils ihre langjährigen Partner geheiratet haben.
  6. Ich bin im Bahnhofsviertel aufgewachsen mit viel Lärm, viel Verkehr, viele Menschen und ein S€x-Kino nebenan. Aber mit super ÖPNV!
  7. Als Kind habe ich mit meinen benachbarten Freundinnen im asphaltierten Hof des Wohnkomplexes Haus Westland gespielt. Einmal habe ich den Geburtstag meiner Freundin gecrasht, weil ich beim Verstecken spielen am Anschlag so blöd hingefallen bin, dass ich mit der Stirn an die Garagenmauerkante gefallen bin und ins Krankenhaus zum Nähen musste.
  8. Im Bunten Garten konnten wir in schneereichen Wintern auch Schlitten fahren. Leider hat meine hinten sitzende Freundin mal den Schlitten so blöd gelenkt, dass wir gegen einen Baum gedonnert sind. Ergebnis: Grünholzbruch meines rechten Arms.
  9. Mit meiner besten Freundin (die mit dem Schlitten) habe ich stundenlang zum Leidwesen unserer Mütter telefoniert. Wir haben nämlich ca. 10 Minuten Fußweg auseinander gewohnt. Idee meiner Mutter: „Ruf sie kurz an, lauft beide gleichzeitig los und trefft euch in der Mitte.“
  10. Tatsächlich haben wir uns sehr oft bei meiner Freundin getroffen. Sie hatte nämlich ein Klavier und teilt meine Leidenschaft für bestimmte Musikrichtungen und Musicals.
  11. In meiner Kinder- und Jugendzeit habe ich viel gesungen und musiziert. Ich war in zwei Schulchören, habe Sopranflöte und Gitarre gespielt. Klavier oder Harfe wollte ich noch lernen – das war meinen Eltern aber eine Nummer zu groß (im wahrsten Sinne).
  12. Schwimmen war ein weiteres Hobby. Montags als DLRG-Mitglied im Zentralbad bei frischen 24,8°C Wassertemperatur. „Wer friert, schwimmt zu langsam!“ Die Trainer waren nicht besonders einfühlsam.
  13. Meine Schuhgröße (40 mit 12/13 Jahren) hat mir angeblich Vorteile verschafft, wenn man meinen Trainingsgefährtinnen Glauben schenken darf.
  14. Heute habe ich Schuhgröße 43 und ziemliche Sensibelchen-Füße, was den Schuhkauf nicht unbedingt einfach macht. Deshalb hat mein Mann auch mehr Schuhe als ich.
  15. Ganz klassisch habe ich nach meiner Konfirmation einen Tanzkurs gemacht und bei der Sonntagsnachmittags-Disco meinen heutigen Mann kennengelernt – ich habe ihn übrigens angesprochen.
  16. Für einen bestimmten Leistungskurs habe ich das Gymnasium gewechselt. Physik-LK kam nämlich nicht zustande. Ja!!! Als Mädchen Physik und Mathe zu belegen, war noch exotisch.
  17. Zu den gewünschten Fähigkeiten einer Bewerberin um eine kaufmännische Ausbildung gehörten damals Steno und Tastschreiben. Meine Handschrift heute sieht aus wie das Steno von damals. Dafür war der Schreibmaschinenkurs wirklich sehr hilfreich, denn ich kann 10-Finger blind tippen und das schnell. Außerdem bemerke ich einen Fehler schon, bevor ich ihn am Bildschirm sehe.
  18. Während der Sommerferien des vorletzten Schuljahrs habe ich Tastaturen in einer Firma gereinigt. Damit habe ich mir einen Teil des Führerscheins finanziert.
  19. Ich bügele gerne und habe zuhause schon als Teenagerin die komplette Wäsche gebügelt.
  20. Ich kann eine Anzughose mit Umschlag in 30 Minuten kürzen.
  21. Mein erstes eigenes Auto war ein VW Käfer, den mein Mann und ich im Garagenhof meiner Oma von quietschegiftfroschgrün zu rot mit dunkelgrün umlackiert haben.
  22. Meine Ausbildung habe ich zur Sozialversicherungsfachangestellten Fachrichtung Krankenversicherung absolviert – das passt nie in irgendwelche Formularfelder.
  23. Ich war die einzige verheiratete Azubi in meinem Jahrgang.
  24. Bei den Hochzeitsvorbereitungen haben wir vergessen, den Brautstrauß zu bestellen, das haben wir eine Stunde vor dem Standesamtstermin nachgeholt. Es wurde ein wunderschöner Strauß!
  25. Der Schwangerschaftstest beim Gynäkologen fand am selben Tag statt wie das Vorstellungsgespräch meines Mannes. Beides positiv! Deshalb ist unsere Tochter ein echtes Frankfurter Mädsche.
  26. Später sind wir auf den Hund gekommen. Erst Bolle, ein Mix aus Fuerteventura. Jetzt wohnt Toby bei uns, ein charmanter Dackelmix aus Andalusien, der vorher Tedy hieß, aber wegen Namensähnlichkeit zu einem Kläffköter unbedingt umbenannt werden musste.
  27. Ich liebe Hunde – also meine Hunde. Mit fremden Hunden kann ich nichts anfangen, schon gar nichts mit „Mode-Rassen“.
  28. Mein Hund wufft über sein neues Leben bei uns auf seiner eigenen Facebook-Seite.
  29. Ähnlich wie bei fremderleuts Hunden kann ich mit fremden Babys nichts anfangen. Bei meiner Enkelin ist das natürlich anders.
  30. Einzelne Bäume mag ich sehr gerne, vor allem meinen Kraftbaum, eine riesige, alte Eiche. Dagegen mag ich zu viele zusammenstehende Bäume – also Wald – überhaupt nicht.
  1. Wenn auf einem leeren Spielplatz eine Brett- oder Reifen-Schaukel ist, gehe ich schaukeln. Jetzt habe ich eine eigene Schaukel im Garten – okay, eigentlich ist die für meine Enkelin, aber pssst, verrate mich nicht.
  2. Mein jetziges Auto heißt Fiete und ist orange. Das davor hieß Garfield und war auch orange. Grau, schwarz oder silbern kann ja jeder.
  3. Ich besitze zwei Thermomixe, von denen einer bei meiner Tochter steht. Meiner heißt Jupp. Und ja! Ich kann trotzdem kochen. Ich mache es manchmal nur nicht soooo gerne, dann liebe ich das Gerät umso mehr.
  4. Ich koche und esse gerne Eintöpfe und Pfannengerichte. Und Spaghetti Bolognese geht auch immer – entweder mit viel Vorlaufzeit aus dem Slowcooker oder meine Turbo-Version.
  5. Lakritz gehört zu meinen Lieblingssüßigkeiten (nicht sooo süß, aber auch nicht sooo salzig, gerne auch mit Salmiak).
  6. Kaffee trinke ich relativ wenig, wenn dann aber gerne stark und kräftig.
  7. Noch lieber als Mineralwasser mit wenig bis gar keinem Geblubber trinke ich lauwarmen Kräutertee – vor allem FAK.
  8. Ich kann auch ohne Alkohol zu trinken das Gefühl eines Schwipps‘ haben
  9. Ich bin sehr gerne allein. Ich liebe Stille. Ich frage mich auch selbst um Rat, eine kompetente Ansprechpartnerin ist sooo wichtig.
  10. Bevor ich telefoniere, lote ich aus, ob es nicht per Mail oder Chat zu klären geht.
  11. Technische Gadgets müssen schnörkellos funktionieren – dann liebe ich diese Dinger wie Türöffner, Fensterschließer oder sonstige Smart-Home-Geräte.
  12. Ich kaufe im Laden oft etwas, wonach ich dort tierische Gelüste habe, um es zuhause im (Kühl-)Schrank zu vergessen und irgendwann entsorgen zu müssen, wenn es nicht zufällig von meinem Mann gefunden wird.
  13. Mein Lieblingsfilm ist „Is‘ was, Doc?“ eine Screwball-Komödie aus den 1970ern mit Barbra Streisand und Ryan O’Neal.
  14. Ich bin bei einem Kultfilm im Kino eingeschlafen – Clockwork Orange – fand ich furchtbar langweilig.
  15. In meiner kunterbunten Playlist findet sich Musik u.a. von Barbra Streisand, den Bee Gees, Evanescence, Beyond The Black, Hildegard Knef, Zaz, SEOM, ABBA, Disturbed, Reinhard Mey, Udo Jürgens und neuerdings auch wieder von Detlev Jöcker.
  16. Ich vergesse leider vieles, schnell und das auch noch oft. Im Alltag helfen mir dann Zettel, Diktierfunktion und Notiz-App. Ich habe sogar mehrere WhatsApp Gruppen mit mir selbst allein zu verschiedene Themen. Und gelegentlich schreibe ich mir sogar Mails und wundere mich, wer mir schreibt.
  17. Ich lache sehr gerne und sehr viel. Im Abi-Heft stand das ja auch schon, dass ich mit meinem auffallenden Lachorgan manche Situation aufgeheitert habe. Durch meine eigene Schusseligkeit habe ich auch immer wieder viele Anlässe über mich selbst zu lachen.
  18. Shoppen finde ich übrigens furchtbar, also bummeln, dieses zielloses Umherlaufen durch diverse Läden. Ich bin bekennende Online-Shopperin.
  19. Da ich etwa fünf Zentimeter zu klein bin für mein Gewicht (mittlerweile nur noch), greife ich bei Klamotten immer noch gerne auf „Große Größen“ zurück. Meine Oberteile müssen bequem sein und haben meistens dunkle Farben. Meine Outdoorjacken sind komischerweise überwiegend sehr hell.
  20. Gepflegte Fingernägel sind für mich absolut wichtig. Gerne auch lackiert, deshalb besitze ich über 100 Nagellacke (von einer einzigen Marke). Und dass, obwohl ich mit Gel verstärkte Fingernägel habe und die Lacke eigentlich überflüssig sind.
  21. Ohne Uhr fühle ich mich nackt. Ein Armband o.ä. würde es auch tun, denn ich schaue so gut wie nie wegen der Uhrzeit aufs Handgelenk.
  22. Früher war ich Meisterin im Besteck-Dezimieren. Joghurt gegessen und dann den Becher inklusive Löffelchen in die Tonne schmeißen.
  23. Als Kind mochte ich keine Pizza, aber Flönz.

Zum Abschluss gibt es noch eins meiner Lieblingsfotos von mir.

Man, war ich mal jung – das ist auch schon seeeehr lange her – so ca. 36 Jahre – ich mit zarten 15. So hat mich mein Mann übrigens kennengelernt, das war nämlich im selben Jahr.

Das waren also mal 53 Fun Facts über mich – mehr oder weniger lustig, kurios, verrückt, normal, wissenswert, unnütz, vielleicht ohne erkennbaren Bezug zu irgendwelchen ‚ernsten‘ Themen. Einige TeilnehmerInnen der #rapidblogflow-Challenge taten sich schwer, einfach mal etwas Spaßiges über sich zu schreiben, mal etwas persönlicher zu werden. Man muss ja nicht die geheimsten, intimsten Dinge ausplaudern.
Einfach mal über sich nachdenken: wer bin ich, was zeichnet mich aus, was daran ist lustig oder kurios. Denn manchmal darf man sich ein bisschen leichter, lockerer und persönlicher zeigen, nicht so steif, businessmäßig, kalkuliert und zugeknöpft. Das Leben ist ernst genug – zeig deine Persönlichkeit. Ich finde es auf jeden Fall schön, wenn ich auch mal etwas außerhalb von Business-Angeboten lesen darf.

Es sollte einfach mal nur Spaß machen und der Unterhaltung dienen.

Ich hatte jedenfalls viel Freude beim Schreiben und du hoffentlich auch beim Lesen (und beim Schreiben deiner Fun Facts).

Ein paar habe ich mir noch aufgehoben, denn ich werde demnächst auch mal separate Artikel zu einzelnen Fun Facts schreiben. Manche sind durchaus erklärenswert und nicht mit ein/zwei Sätzen abgehandelt.

Also bis demnächst,

Wie ich wurde, was ich bin! Mein Weg zur whatever!?!

Unentschlossenste Frau, die ich kenne. Oder Expertin für mich! Nein…Freundin von Dankbarkeit und Glück – vor allem als Fatigue-Betroffene – genau, das ist es, das passt!!!
Als Judith aka Sympatexter das Thema veröffentlicht hat, habe ich einen kleinen Lachflash erlitten. Das Thema beim #boomboomblog2022 lautet „Wie ich wurde, was ich bin“ und mir kam als erstes „müde“ in den Sinn.
Klar, als Fatigue-Betroffene passt das perfekt. Darüber poste ich ja auf Instagram und Facebook öfters. Immer nur kurz und nie perfekt und ausgefeilt, was mich dabei begleitet sind Glück und Dankbarkeit. Und so ging es los!

Mönchengladbach, Karsamstag 1971
Mein Weg zum Profi für Dankbarkeit und Glück startet schon mit meiner Geburt – irgendwie.

Danis Grinsebäckchen ca. Oktober 1971

Zuerst werde ich mal Lach-Expertin – ich lache immer und überall. Sogar in meinem Abi-Heft 1990 haben meine MitschülerInnen darüber geschrieben – Dani die Grinsekatze.
Und dann schreiben sie noch, dass man ja auch später noch heiraten könne.

Abi-Zeitung Stift.-Hum.-Gymnasium MG 1990

Ja, kann man und tut man auch, und zwar am 19.9.91. Ziemlich spontan, zumindest was den Termin angeht. Ich war in der Ausbildung, mein Zukünftiger musste zur Bundeswehr, eine Wohnung musste bezahlt werden, also nehmen wir die staatliche Unterstützung für Verheiratete einfach mit, denn im nächsten Sommer hätte es so weit sein sollen.
Er ist übrigens der, den meine MitschülerInnen im Abi-Heft meinen.

Hochzeitsfoto

Martin ist seit 1. Juni 1986 mein Fels in der Brandung, mein Ruhepol, mein Seelenverwandter, der Beste, mein Mit-Lacher. Durch ihn erfahre ich, was Glück und Dankbarkeit bedeuten. Das zeigt sich im Laufe der Zeit immer wieder.

Das Leben Anfang/Mitte 20 läuft fröhlich dahin. Job gut, Wohnung gut, Beziehung sowieso gut.
Dann wurde ich schwanger.
Im Juli 1996 bekam ich deswegen von meiner Chefin (zu der Zeit selbst schwanger) zu hören, dass meine Pläne mit Kind und Umzug ins Rhein-Main-Gebiet nicht kompatibel mit denen des Unternehmens wären.
Okay, ich ließ mir von niemandem mein Glück stehlen. Also kündigte ich, organisierte den Umzug.

Seidengemaltes Bild des Umzugs

Im März 1997 habe ich dann unsere Tochter zur Welt gebracht – nach einer sehr glücklichen Schwangerschaft und dankbar, weil sich ein schlimmer Verdacht nicht bestätigte (das würde hier den Rahmen sprengen).

(Noch) Schwanger – ca. 10 Stunden vor der Entbindung

Es folgten Jahre mit viel Lachen, glücklichen Umständen, Dankbarkeit für richtige Entscheidungen usw.
Wir springen mal ein ganzes Stück weiter.

2011 nach vielen kleinen Jobs und einer glücklich machenden Kündigung beschloss ich, mich mit einem Büro-Service selbstständig zu machen. Bis ich durch eine glückliche Fügung eine Festanstellung bekam.
Dezember 2011 – Assistentin der Geschäftsführung in einem Autohaus. Zuerst am Frontdesk und später Backoffice mit Buchhaltung etc.

Montag, 16. Januar 2012 das Glück scheint ausgereizt zu sein. Am Freitag vorher war ich wegen einer fiesen Blasenentzündung beim Hausarzt, den ich wegen einer Muskelverhärtung im Brustmuskel um Rat fragte. Pustekuchen, Muskelverhärtung – ich solle sofort einen Termin beim Gynäkologen machen. Glück am Telefon, Termin schon Montag.
Dann ging alles Schlag auf Schlag. Ultraschall, Mammographie und Stanzbiopsie bestätigten innerhalb von nicht ganz zwei Wochen die Tumordiagnose. Bähm – Brustkrebs – niemand in meiner Familie ist daran bisher je erkrankt – nun gut, bin ich mal die erste.
Doch auch hier hatte ich Glück – der Tumor war zwar relativ groß und wuchs recht schnell, hatte noch nicht gestreut und auch keine Lymphknoten befallen. Die Tumorformel war ebenfalls gut.

Klinikzimmer mit Meerblick – mitten in Hanau (Hessen)

Am 7. Februar 2012 bekam ich mitten in Hanau ein Zimmer im Klinikum mit Meerblick – mein Mann hat das organisiert und wir sorgten damit für viele Lacher. Nach der OP erzählte ich der Psychoonkologin, dass ich immer gute Laune habe, egal wie schlecht es mir geht, denn schlechte Laune macht es ja nicht besser. Diese Einstellung hat mir über viele Tiefpunkte während Chemo und Bestrahlung geholfen.

Chemo-Cocktail – fehlt nur der O-Saft zum „Campari“

Im Anschluss an die Behandlungen sollte es zur Reha gehen. Ich habe einfach im Antrag meine Lieblings-Wunsch-Klinik angegeben – Nordsee-Klinik Westerland.
Und yeah, ich durfte glücklich und sehr dankbar im Oktober 2012 für 4 Wochen nach Sylt.

Collage von Sylt-Fotos

Meinen weiteren Plänen stand nichts im Wege – so dachte ich. Also fing ich an, mich um Dani 2.0 zu kümmern.
Ich absolvierte 2013 eine Weiterbildung zur Fachkraft für Finanzbuchführung als Klassenbeste. Ich schrieb zwei Bewerbungen, meinen Job im Autohaus hatte ich wegen der Erkrankung bzw. des sowieso befristeten Arbeitsvertrags freigeben dürfen. Ich bekam unmittelbar nach dem einzigen Vorstellungsgespräch eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung ab Januar 2014 – ich war super glücklich.

Doch im den kommenden Jahren steigerte sich meine Fatigue. Ich durfte mehrmals zur Reha, habe MBSR kennengelernt und begonnen, Achtsamkeit und Meditation zu üben.
Ende 2018 und Anfang 2019 machte ich Ausbildungen zur Achtsamkeitstrainerin, Meditationslehrerin, Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung und Lachyoga-Leiterin – hauptsächlich für mich. Mittlerweile musste ich wegen der Fatigue meine Arbeitszeit auf die Hälfte reduzieren. Trotzdem wollte ich nebenbei mein Wissen weitergeben. Doch mein Dienstherr erlaubte es nicht. Egal, ich hatte ohnehin gerade genug mit mir zu tun. Und dann kam „C“.

Meine Wall of Certifications

Ich stellte fest, dass es zu wenige Experten für tumorbedingte Erschöpfung gibt bzw. dass viele Ärzte diese Erkrankung als Langzeitfolge überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Ich hatte keine Lust auf die Depressionsschublade (bitte nicht falsch verstehen, Fatigue ist etwas ganz anderes als eine Depression, auch wenn sie sich sehr ähneln). Die lösungsorientierte Optimistin in mir strebte nach radikaler Akzeptanz.

Juni 2020 – Aufgrund immer häufigeren und längeren Ausfallzeiten und stärker werdenden kognitiven Einschränkungen durch die Fatigue, wurde mir geraten, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Ich war dauerhaft arbeitsunfähig.
Mit viel Glück und Hilfe bei den Anträgen durch den VdK, meiner Kündigung bei der Behörde, viel Unterstützung durch einen erfreulicherweise neutralen Gutachter sowie einer kompetenten Psychotherapeutin wurde diese Rente zum 1. Januar 2021 bewilligt.

Büro-Auszug September 2020

Und was macht mich außerdem zur Freundin von Dankbarkeit und Glück?
Na ganz klar, meine kleine Kernfamilie. Mein Mann, der mich seit mittlerweile 36 Jahren durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Meine wunderbare Tochter, die mich am 3. Januar 2022 zur Oma von Marlyn Sophie gemacht hat. Und mein charmanter Schwiegersohn in spe, wo vielleicht ganz bald das „in spe“ gestrichen werden kann.

Großen Anteil hat seit Oktober 2021 mein persönlicher Coach auf vier Pfoten mit zimtfarbenem Fell – Toby.

Toby – Achtsamkeitskollege und Motivationstrainer

Wenn du jetzt denkst, dass es sonst keine unglücklichen Begebenheiten gab, irrst du. Es sind Omas und Opas, Schwiegermama und Schwiegerpapa sowie mein Papa im Laufe der Jahre verstorben.

Gedenksteine für die Seebestattung meines Papas August 2021

Auch einige interfamiliäre Themen haben mich oft an mir zweifeln lassen. Vielleicht habe ich eine stark ausgeprägte Resilienz, ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich von meiner Oma schon früh gelernt, dass alles immer für irgendwas gut ist. Das macht mich aus, so bin ich. Dankbar und glücklich!

Willst du mehr über Cancer related Fatigue – tumorassoziierte Fatigue lesen oder wie ich im Alltag damit umgehe? Oder wirst du selbst von einer tumorbedingten Erschöpfung begleitet und möchtest dich mit mir austauschen? Oder vielleicht willst du einfach mehr zum Thema Glück trotz widriger Umstände erfahren?
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Ganz lieben Dank an die großartige Judith Peters von sympatexter, die diesen #boomboomblog2022 aufgezogen hat und viele Menschen zum bloggen bringt.

PS 21. September 2022: nachdem ich mit meinem Blog ein bisschen zu oft hin und her umgezogen bin, war dieser Artikel leider verschollen. Deshalb habe ich ihn mit einem Skript, was nicht ganz dem endgültigen Artikel entspricht, erneut veröffentlicht. Ich finde, der gehört unbedingt auf meinen Blog.