Provokative Frage – für was sind Frauen ab 50 überhaupt noch gut?

Provokative Frage – für was sind Frauen ab 50 überhaupt noch gut?

Die zauberhafte Mia Brummer fragt sich in ihrer Blogparade „Für was sind Frauen ab 50 überhaupt noch gut?“

Eine merkwürdig provokante Frage, fand ich! Ich muss zugeben, dass ich zuerst gedacht habe „also ehrlich, Frauen 50+ sind doch kein Sondermüll!!!!“

Kurzum, Frauen über 50 sind für alles gut, was sie selbst möchten. Fertig!

Aber du kennst mich ja, dass ich mich so kurz nicht abgebe. Deshalb kommt jetzt die ausführlichere Version.

Mit meinem Geburtsjahrgang 1971 gehöre ich seit einem Jahr zu den Ü50erinnen. Ich find‘s super. Weniger lustig fand ich, dass ich seitdem ständig Werbung in den Sozialen Medien für Treppenlifte (die sitzende Variante und neuerdings auch eine mitfahrende Halterung am Geländer – was es nicht alles gibt) und gelegentlich auch für Sterbegeldversicherungen oder sogar Bestattungen. Hallo? Auch wenn ich nicht ganz fit bin nach meiner Krebserkrankung, stehe ich mit knapp über 50 trotzdem noch nicht an der Schwelle ins Jenseits.

Mia hat für ihre Blogparade nun ein paar Fragen zu Anregung und Ideenfindung vorgegeben. Da arbeite ich mich gerne mal durch.

Ist man mit 50 endlich erwachsen?

Was soll ich dazu sagen?! Dazu musste ich erstmal überlegen, was erwachsen sein überhaupt bedeutet. Im Internet fand ich auf wikiHow eine recht lustige Auflistung, wie sich Erwachsene benehmen. Auf dem Papier bin ich natürlich erwachsen, ich bin ja über 18. Im Sinne von Verantwortung übernehmen bin ich auch erwachsen. Ich übernehme Verantwortung für mich, mein Leben und meine Aufgaben innerhalb meines Lebensbereichs. Ich bin höflich, habe Manieren, halte meinen Wohnbereich sauber und kümmere mich um Wäsche etc., ich kann kochen und habe einen Führerschein, auch meine Finanzen habe ich im Blick. Ob ich mich nun wie eine Erwachsene kleide, wie es dort steht, mag ich allerdings bezweifeln – Bluse und Blazer habe ich nicht in meinem Kleiderschrank. Im Prinzip ist da natürlich etwas anderes gemeint.
Also wenn es nach diesen Punkten geht, bin ich sehr wohl erwachsen. Allerdings behaupte ich mal, dass Frauen mit 50+ endlich verstehen, dass sie ihr inneres Kind herausholen und heilen oder dessen Wünschen nachgeben dürfen. Hula Hoop, Hüpfekästchen, schaukeln, laut lachen uvm. – alles tun, was einem Spaß macht ohne zu überlegen, ob „man das in unserem Alter noch machen darf“!
„Ich mache einfach, was ich will und wonach mir gerade ist“, das sagt auch Sabine in ihrem Blogpost zum Thema.

Gewinnt das Leben jenseits der 50?

Definitiv ja! Wenn man den Weg geschafft hat, sich nicht mehr allen Zwängen unterwerfen zu müssen, sich nicht mehr alles gefallen lässt und sein Selbst gefunden hat, dann ist es wirklich ein Gewinn über 50 zu sein. Die Kinder sind vielleicht schon aus dem Haus oder zumindest nicht mehr so ganz klein. In den meisten Fällen denke ich auch, dass man einen gefestigten Job hat und ein geregeltes Einkommen.
Das sind schonmal ein paar wichtige Punkte, mit denen man sich ein sehr nettes Leben erschaffen kann.
Generell weiß Frau mit über 50, was sie will und vor allem was sie nicht mehr will.
Mit den Jahren ist auch die Erkenntnis gewachsen, dass man sich um eine gute Ernährung und ausreichend Bewegung usw. kümmern sollte und das habe ich in meinem Leben so etabliert, wie es mir gefällt.

Wie erlebst Du diese Zeit?

Zunächst einmal anders als ich mir das vor 10 Jahren ausgemalt hatte. Das liegt an dem ungeplanten „Zwischenfall“, der mein Leben komplett umgekrempelt hat. Und auch das ist ein Pluspunkt mit 50+ und auch schon ein bisschen früher. Man lässt sich nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen.
Ich hätte es mir nie im Leben vorstellen können, dass ich mit 50 schon nicht mehr arbeite bzw. nicht mehr arbeiten kann.
Trotzdem definiere ich mich nicht darüber bzw. musste ich erst lernen, dass ich mich nicht über Leistungsfähigkeit definiere.
Ich bin immer noch ICH, anders vielleicht als gedacht und von außen gewünscht, doch das juckt mich nicht (mehr).

Kommt denn Deiner Ansicht noch was nach 50?

Aber sicher doch und volles Möhrchen genau das, was ich einlade. Ich bestimme, was in mein Leben kommen darf.
Ich melde mich zu Kursen an, die mich interessieren und nicht, weil sie für irgendwas nützlich sind. An meiner Wall of Certifications ist noch genügend Platz.

Ich probiere aus, was ich schon immer ausprobieren wollte und wenn ich merke, dass das doch nichts war, habe ich kein Problem damit, das wieder aufzugeben. Was nicht passt, darf gehen.
Wenn mir danach ist, mache ich nichts oder ganz viel.
Wer sich von dem Abundance-Lifestyle angefixt fühlt, bitte gerne. Andersherum erwarte ich, dass andere meine Lebensart auch akzeptieren oder tolerieren.
Und da mich der Mann gerade daran erinnert hat, dass ich doch ein Buch schreiben wollte – ja, das ist mein Wunsch. Ich werde MEIN Buch schreiben! Ob’s jemanden interessiert, geht mich nix an – es reicht, wenn es mich interessiert.

Lebt man jenseits der 50 nur noch in der Vergangenheit? 

Nö! Also ich nicht. Und ich habe auch keine Lust, mich ständig über Müdigkeit und Krankheiten auszutauschen. Ich könnte mich beömmeln, wenn man irgendwo essen geht und ein Grüppchen am Nebentisch sitzt. Früher oder später läuft das Gespräch immer in diese Richtung – und jeder ist immer am allerschlimmsten dran. Natürlich spreche ich weiterhin sehr offen über meine Krebserkrankung und das Erlebte seitdem. Trotzdem schaue ich in die Zukunft, zum Beispiel was ich mit meinen Liebsten und meiner zauberhaften Enkelin noch alles erleben werde.
Als Achtsamkeitstrainerin lebe ich immer im Hier und Jetzt! Und das tut mir sehr gut, deshalb lass ich das so!

Gibt es überhaupt noch ein Leben jenseits der 50?

Was für eine Frage! Meine Oma wurde 100, also doppelt so alt und ich denke, sie hat gelebt – auch Ü50. In den letzten Jahren natürlich anders. Das ist ganz normal, dass frau sich dann anpasst an die Gegebenheiten. Wenn man sich mit 97 nicht mehr daran erinnert, welcher Tag nach Mittwoch kommt, dann kann man trotzdem jeden Tag um 15 Uhr dran denken, dass es gleich Kaffee und lecker Kuchen gibt. Selbst wenn das der einzige Lebensinhalt ist – auch das ist Leben.

Bis dahin ist es ja noch ein Stückchen, deshalb lebe ich jetzt erstmal. Und zwar genau so wie es mir Spaß macht.
Und ja, auch mit Ü50 darf man sich noch piercen oder tätowieren lassen, auswandern oder sich einen Motorroller kaufen (nein, die letzten beiden sind nicht meine Wünsche).

Für was sind Frauen ab 50 überhaupt noch gut?

Frau über 50 ist für alles gut, für alles, was sie machen will! Frauen über 50 sind gut als Ratgeberinnen, ohne sich dabei aufzudrängen, die meisten werden dabei merken, ob der Rat gewünscht ist.

Für was ich nicht mehr gut bin:

  • als Fußabtreter von schlecht gelaunten Menschen
  • als Prellbock
  • mir alles gefallen oder mich bevormunden zu lassen

Ich bin gut:

  • um meine Pläne zu verwirklichen
  • um weiter zu träumen
  • Selbstliebe, Optimismus und Lebensfreude zu verbreiten
  • neugierig zu sein und weiter zu lernen
  • eine Partnerin, Mutter und Oma zu sein
  • mir eine gute Freundin zu sein – das vorallem.

In diesem Sinne: ich bin zweimal 25 plus Bonus und wäre eine blutjunge Schildkröte. Solange weder BürgermeisterIn noch PfarrerIn zum Gratulieren kommen, ist alles bestens.

Wie geht’s dir mit Ü50? Hast du dran zu knapsen gehabt vor der „magischen Fünf“? Schreib mir gerne einen Kommentar, welche Meinung du zu dem Thema hast.

Daniela Schillmöller - Glückspraktikerin

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