Jahresrückblog21

Mein Jahresrückblick 2021: Ein Jahr mit vielen Facetten

Zu allererst muss ich echt mal lachen – hahahahaaaaa! Ich will einen Jahresrück(blick)blog schreiben. Ja nee, is klar! Was habe ich denn schon zu erzählen? Das interessiert doch eh niemanden. Und dann will ich auch noch jeden Tag bei der Aktion von Judith aka Sympatexter aktiv mit dabei sein. Das war echt der größte Witz, den ich da produziert habe. Ein paar Tage habe ich geschafft und dann hat mich meine Fatigue eingeholt und der schöne Ehrgeiz ist flöten. Aber so what!? Egal, schei..egal!!! Aber da du das hier jetzt lesen kannst, habe ich es geschafft, irgendwie, nicht ganz so wie ich es eigentlich wollte.
Aber aber und eigentlich hatte ich eigentlich aus meinem Wortschatz abgeschafft. *lach

Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim lesen und freue mich über dein Interesse an meinem verrückten Jahr 2021!

Viel Spaß!

Eckdaten für dieses verrückte Jahr

  • 50 Jahre alt bin ich im April geworden, also 5 Jahrzehnte bin ich auf der Welt, ein halbes Jahrhundert. Fühlen tue ich mich manchmal wie 80 und manchmal wie 15 – also von den Flausen im Kopf her jedenfalls.
  • 30 Jahre bin ich mit dem besten Mann des Universums verheiratet. Perlenhochzeit – eine wirklich lange Zeit. Wir sind quasi gemeinsam erwachsen geworden – wobei, warte, sind wir wirklich erwachsen? Manchmal ja, manchmal nein. Sagen wir es so: wir sind gemeinsam gewachsen und älter geworden. Dafür danke ich dir sehr, mein Schatz.
Perlenhochzeit – auf 30 Jahre Ehe
  • 25 Jahre Hessen – vor einem viertel Jahrhundert sind mein Mann und ich (damals schwanger) von Mönchengladbach ins Rhein-Main-Gebiet gezogen. Da man solche großen Umzüge entweder der Liebe oder des Jobs wegen macht, hat der vorige Absatz bereits die Info gebracht – der Job war schuld, der Job meines Mannes.

Was war sonst so?

Ich bin im 9. Jahr nach „Das Dingen“ – also seit 9 Jahren krebsfrei und doch nicht gesund.
7 Jahre im öffentlichen Dienst gingen zu Ende
Oma wurde 100, Mama wurde 70 – ein Jahr voller Nuller (nein, nicht voller Nullen!!!)

Und was ich sonst so erlebt habe, folgt jetzt – hast du Lust zu lesen? Dann bitte schön!

Getroffene Entscheidungen – näher drüber nachgedacht

Habe ich mich richtig entschieden?

Auch wenn der Jahresrückblog nicht unbedingt chronologisch abgefasst ist, fange ich mal mit dem Januar an. Denn im Januar hatte ich meine ersten Gewissensbisse ob meiner Entscheidung, zu kündigen.
Vorangegangen ist ja meine Arbeitsunfähigkeit seit Juni vergangenen Jahres, ausgelöst durch meine Fatigue und der Tatsache, dass ich im Job aufgrund der Personalsituation wieder eine Aufgabe übernehmen musste, die meine Fatigue verstärkt.
Da sich keine Lösung für einen „leidensgerechten“ Arbeitsplatz finden ließ (also die Führung wollte nichts finden), blieb keine andere Möglichkeit als in die Arbeitsunfähigkeit zu gehen. Mein Arbeitgeber hatte zwischenzeitlich sogar meine Arbeitsfähigkeit in Frage gestellt und mich indirekt aufgefordert, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Weil ein ständiger psychischer Druck dazu kam, habe ich mich dann entschieden, dort zu kündigen. Das war alles schon 2020.
Für 2021 habe ich also eine Erleichterung erwartet. Pah, von wegen. Es fühlte sich überhaupt nicht gut an. Zweifel kamen. Hatte ich zu früh selbst gekündigt? Hätte ich es der Behörde schwer machen sollen und die durch diverse Formalitäten und Integrationsamt laufen lassen sollen, damit die mir kündigen? Das war nämlich bereits in Vorbereitung. Egal, denn es war durch, ich war aus dem Vertrag raus. Heute weiß ich, dass ich auch bei einer einvernehmlichen Lösung – zum Beispiel mit weniger Stunden und passender Aufgabe – sicher nicht dorthin zurück gegangen wäre. Dafür gab es zu viele unschöne Situationen und Erfahrungen mit den „lieben“ KollegInnen.
Wie gesagt, es fühlte sich Anfang des Jahres nicht 1000% richtig an. Auch während der ganzen laufenden Antragsphase für die Rente hatte ich öfters das Gefühl, dass man mir wegen meiner Kündigung den Weg schwer macht.
Erst viel später, seit ich nicht mehr an den Job denke, ich teilweise schon die vollständigen Namen von KollegInnen vergessen habe und keinen Knoten mehr im Magen bekomme, wenn ich am Gebäude vorbeifahre, weiß ich – alles richtig gemacht, alles ist gut!

Hilfe! Hilfe! Meine Antragsstory

So, also mein Antrag auf Rente läuft seit August 2020. Meine Reha habe ich im Dezember 2020 beendet.
Im Januar 2021 kam dann der Reha-Bericht. Absolut unmöglich, einfach copy/paste von anderen Berichten, standardmäßig unpersönlich. Ich wäre 100% fit. Das konnte ich nicht so stehen lassen und habe eine Stellungnahme verfasst. Die hat mich vielleicht Nerven gekostet. Allerdings kam das Unvermeidliche nach dem Bericht der rentenversicherungsangeschlossenen Rehaklinik – die Rente wurde abgelehnt!
Guter Rat war jetzt teuer! Selbst einen Widerspruch schreiben und es versuchen? Einen Anwalt einschalten? Zahlt das unsere Rechtschutzversicherung überhaupt? Klein beigeben und irgendwie weitermachen? Nein, weitermachen nur bei dem „Kampf“ um Anerkennung meiner tumorbedingten Fatigue bei der DRV als leistungsmindernde Erkrankung – will heißen: Widerspruch aber nur mit professioneller Unterstützung!
Ich wurde Mitglied im VdK und bekam Hilfe! Tolle Hilfe! Die Anwältin schrieb den Widerspruch, unterstützte mich auch durch Zuspruch und empfahl mir, nicht aufzugeben.
Auch zum Ende meines Krankengeldbezugs stand sie mir mit Rat und Tat zur Seite, so dass der Antrag auf Nahtlosigkeit bei der Agentur für Arbeit im ersten Anlauf durchging und ich dort sofort nach Aktenlage ohne weitere Begutachtung als „leistungsfähig unter 15 Wochenstunden“ eingestuft wurde – übersetzt für die Rentenversicherung würde das bedeuten „volle Erwerbsminderung“. Das war ja das Ziel.
Vielleicht liest du es hier schon raus!? Die Rentenversicherung hatte sich noch nicht entschieden. Denn…

Ein Gutachten muss her!

Das Gutachten

Ach du Schreck! Da flattert im Sommer ein Brief herein, in dem ich von der DRV aufgefordert werde, zu einem von denen bestellten Gutachter zu gehen. „Oh nein“, schoss es mir durch den Kopf. „Der ist doch sowieso voreingenommen und nicht neutral, der begutachtet wie der Reha-Doc sicher im Sinne der Rentenversicherung.“ Doch anscheinend kam es anders.
Der Termin für das Gutachten rückte näher. Ich schrieb Tagesprotokolle, Energietagebuch, suchte Fachliteratur über tumorassoziierte Fatigue heraus und stellte einen dicken Schnellhefter mit Infos über mich, meine Erkrankung, mein Leben mit der Fatigue und Berichten von Psychologen, Psychiatern usw. zusammen.
Die Nacht vor dem Termin habe ich natürlich so gut wie nicht geschlafen, was bestimmt dafür okay sein könnte. Da ich vorher viel darüber gehört und gelesen hatte, dass Gutachter den Probanden gerne mal Fallen stellen, wurde ich bis vor die Tür gefahren, fuhr nicht selbst.
Der Gutachter war sehr freundlich, war gut vorbereitet, ließ aber während und nach den Untersuchungen nichts durchblicken. Ich hatte nur das Gefühl, dass er wider Erwarten doch neutral ist.
Leider weiß ich bis heute nicht, was genau in dem Gutachten drin stand. Trotzdem scheint es ja den medizinischen Dienst bei der Agentur für Arbeit überzeugt zu haben.
Und an dieser Stelle möchte ich kurz vorweggreifen…

Meine Rente ist bewilligt!!!

Geduld und Hartnäckigkeit zahlen sich aus – der Rentenbescheid ist da

Anscheinend war das Gutachten maßgebend für die Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente.
Ach, ich habe mir vor ein paar Tagen erst so ein Loch in den Bauch gefreut. Aber der Reihe nach.
Nach dem Gutachten kam zirka sechs Wochen später wieder Post von der Rentenversicherung. Jetzt wollten die eine Bestätigung von meinem Arbeitgeber. Häh, wie jetzt? Ich habe doch keinen, ich bin doch nicht mehr im Job…ganz klein im Text stand irgendwo dann „ehemaliger Arbeitgeber“. Okay, eingetütet, weggeschickt, gehofft, dass es schnell geht. Und es ging schnell, ausnahmsweise, es fehlte zwar eine Angabe in der Bestätigung, das war mir jetzt wurscht. Ich schrieb diese Info in einem Begleitbrief und schickte alles weg. Das war Mitte November. Puh, schon fast eineinhalb Jahre im Krankengeldbezug, 15 Monate seit Rentenantrag und noch keine Idee wie der Stand der Dinge aktuell ist.
Da ich im Laufe der Korrespondenzen bemerkt hatte, dass zwischen den Briefen immer ungefähr sechs Wochen sind, habe ich gehofft, dass der nächste Schritt noch vor Weihnachten kommt.
Und dann kam das Merkwürdigste. Meine Krankenkasse überwies mir zwei Wochen nach der Aussteuerung nochmal Geld, als Korrektur für das komplette Jahr. Häh? Wieso? Egal, Geld ist Geld, die Mitteilung kommt sicher noch.
So war es dann am Samstag des 4. Adventswochenendes. Ich war dabei, den Hund zu bürsten, da kam die Post. Ein großer Brief vom VdK und ein normaler von der Krankenkasse. Da ich ja wissen wollte, was es mit der Nachzahlung auf sich hat, riss ich zuerst diesen Brief auf. Und da stand: Beitragserstattung bei Rentenbewilligung! Was? Woow! Wo ist der andere Brief? Der große Umschlag wurde aufgerissen und ja!!! Es war meine Rentenbewilligung!!!
Da das alles über den VdK lief, hatte die Krankenkasse die Info schon vor mir und deshalb war das alles bereits in dieser Sache erledigt. Ich konnte es nicht fassen, ich hatte Tränen in den Augen, lesen war nicht drin, ein Freudenschrei hallte durchs Haus. Wer gerade bei uns vorbei gegangen ist, hat bestimmt gedacht, das ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hab *lach
Die Erleichterung setzte schlagartig ein, es fiel alles von mir ab, die Anspannung war wie weggeblasen. Natürlich ist die Rente befristet, schließlich bin ich erst 50, schließlich könnte sich mein Gesundheitszustand verbessern, schließlich könnte ich ja auch einen leidensgerechten Arbeitsplatz finden – möglicherweise, eventuell, unter Umständen, also rein hypothetisch.
Bis zu einer Verlängerung habe ich jetzt gut eineinhalb Jahre Zeit und kann so jetzt endlich zur Ruhe kommen.
Trotzdem fühlt es sich schon ein bisschen befremdlich an, dass ich mich darüber freue, „unfähig“ zu sein. Arbeitsunfähig, leistungsunfähig, erwerbsunfähig. Wie dem auch sei…es ist eine Belohnung für mich, geduldig gewesen zu sein. Denn Geduld ist ja definitiv nicht meine Stärke.
Das ist bestimmt mein schönstes Weihnachtsgeschenk!
Es sei denn…

Was passiert, wenn man eine Tochter hat

Ich habe ja weiter oben schon mal geschrieben, dass ich mich manchmal wie 80 fühle. Du erinnerst dich?!
Dann fühle ich mich wie eine alte Oma.
Ha, pah, ich werde eine junge Oma sein!!!
Meine Töchting wird Mama, ich werde Oma! Anfang Januar 2022 ist ET. Mal sehen, vielleicht kommt das Baby ja früher – dann würde dieses Ereignis auf jeden Fall die Rentenbewilligung noch als bestes Weihnachtsgeschenk toppen. Das kannst du mir glauben!!!
Du fragst dich bestimmt gerade, ob ich verrate, was es ist!?

Wir werden Großeltern

Es ist ein….Baby! Oder wie die gewünschte Gender Reveal Party kurzweilig wurde

Nachdem wir im Mai erfahren habe, dass wir Großeltern werden, rückte meine Tochter mit einer großen Bitte raus. „Mama, machst du uns eine Gender Reveal Party?“
Eine bitte was?!?
Klar, irgendwo hatte ich das schon mal auf Instagram, Facebook oder TikTok gesehen. Ich werde ja eine junge Oma sein, da kenne ich diese Medien natürlich.
Okay, Gender Reveal Party – zu deutsch so in etwa „geschlechtsoffenbarende Feier“ – jut, ich bleib da doch lieber beim englischen Begriff.
Also wenn die erwachsene Tochter und der Schwiegersohn in spe eine solche Bitte äußern, was macht Muttern da? Natürlich! Eine Party schmeißen!!!
Da ich mich ja auf den Social Media Kanälen tummele, habe ich sofort angefangen, Ideen zu finden. „Oh ja, das machen wir! Mmmmh, das ist auch nett! Haha, das ist lustig!“… du kannst es dir bestimmt denken, ich konnte mich nicht entscheiden. Und daraus wurde „sie haben es sich gewünscht, aber ich bestimme, was und wie es gemacht wird!“ Ich spanne die beiden auf die Folter.
Übrigens wusste es meine Tochter es wirklich nicht, denn die Gynäkologin hat es wie gewünscht aufgeschrieben und in einen verschlossenen Umschlag gesteckt und ihr mitgegeben. Deshalb wurde es keine Party für die Verwandt- und Bekanntschaft sondern hauptsächlich für die werdenden Eltern.
Der Termin wurde gewählt, ein paar enge Freunde eingeladen, natürlich auch die anderen werdenden Großeltern und die Organisation startete.
Um das Essen hat sich der werdende Opa (mein Schatz) gekümmert – Hot Dog Party – sehr praktisch – Daumen hoch.
Um Kuchen, Muffins, gefärbte Torte kümmerte sich die andere Oma.
Da das Wetter nicht so sommerlich war, spielte sich alles in unserem Wohnbereich ab – eng, aber nett.
Und ich kümmerte mich um Deko und eine Spiele-Reise zur Enthüllung.
Es gab also verschiedene Stationen, wo die werdenden Eltern etwas tun mussten. Alles in der Hoffnung, jetzt endlich das Baby-Geschlecht zu erfahren. Natürlich habe ich mir einen Höhepunkt für die endgültige Auflösung ausgesucht. Ein Ballon mit dem „richtig farbigen“ Konfetti sollte es auflösen. Und nach acht Spielen war es soweit und meine Tochter hat’s ein bisschen verpasst. Die beiden haben den Ballon zerplatzen lassen, das Konfetti flog und sie hat damit gerechnet, dass es noch nicht aufgelöst ist und beide Farben als Konfetti fliegen. Tja, gefühlt eine halbe Ewigkeit hat es gedauert, bis sie realisiert hat, dass es doch schon endlich nach 3 Stunden aufgelöst wird. Ihre Freundin rief nämlich: „Ein Mädchen!“ und da wurde es meiner Tochter endlich klar!!!

Es ist ein Mädchen

Jaaaaa, wir freuen uns so sehr, wir bekommen eine kleine Enkelin (natürlich hätten wir uns genauso über einen Jungen gefreut, das ist ja mal klar). Den Namen weiß ich auch schon, darf ich hier und jetzt noch nicht verraten.

Apropos – hier und jetzt…Achtsamkeit und Psychotherapie als Kombi

Was eine Überleitung…
Damit wäre ich also wieder bei meiner Fatigue. Auf meinem Blog, meinen Seiten und in meinem Leben geht es eben viel um meine Fatigue.
Ich habe ja seit fast 10 Jahren, also seit der Chemotherapie während meiner Krebserkrankung, ein Erschöpfungssyndrom. Anfangs war es ganz normal, es entwickeln fast alle Behandelten eine Erschöpfung. Mit den Jahren klingt diese Erschöpfung normalerweise deutlich ab. Bei mir allerdings nicht. Nach einigen Rehas, Recherchen und Empfehlungen habe ich vor einigen Jahren die Achtsamkeitspraxis kennengelernt und wende dieses und jenes davon mehr oder weniger konsequent an.
Als ich dann im Frühsommer von der Krankenkasse aufgefordert wurde, mir zusätzliche Unterstützung aus der Psychiatrie oder mit einer Psychotherapie zu holen, dachte ich zuerst „och nö, nicht schon wieder!“ Ich hatte ja bereits eine Therapie und Behandlung mit diversen Antidepressiva hinter mir. Das war bis vor kurzem übrigens noch das Mittel der Wahl, Fatigue-Betroffene in die Depressionsschublade zu stecken. Genauer betrachtet ähneln sich die Symptome auch, sie unterscheiden sich aber auch. Wenn man also auf einen Psychiater trifft, der sich mit Fatigue wenig bis gar nicht auskennt und den es auch nicht interessiert, dann ist man ganz schnell unter Psychopharmaka.
So, jetzt wieder zum aktuellen Teil. Ich machte also einen Termin bei dem Psychiater von vor 4 Jahren, weil ich da relativ schnell einen Termin bekam und gleichzeitig suchte ich eine Psychotherapeutin, die sich ein bisschen mit Psychoonkologie auskennt, kassenärztlich abrechnen kann und nicht soooooo weit entfernt ist bzw. die ich gut erreichen kann. Das sind mit dem Wunsch, zeitnah einen Termin zu bekommen, im Bereich der Psychotherapie fast unerfüllbare Wünsche.
Ich sah es als Herausforderung, schließlich stand die leise Drohung im Raum, dass die Krankenkasse vielleicht mein Krankengeld streicht, sollte ich nichts machen.
Und zusätzlich zum Psychiater-Termin hatte ich 10 Tage nach Kontaktaufnahme bereits einen Termin bei einer Psychotherapeutin, zuerst in den Sprechstunden, ganz schnell danach dann schon als fester Termin mit sofort genehmigter Therapie.
Dieses Mal hatte ich auch direkt ein gutes Gefühl. Die Psychologin kennt sich aus, macht sich schlau, ist empathisch und die Sitzungen bei ihr fühlen sich nicht nach Therapie an, sondern fast wie ein nettes Gespräch zwischen Bekannten. Bei ihr fühle ich mich angenommen und angekommen.
Achtsamkeit praktiziere ich natürlich weiterhin, die Psychotherapie läuft ganz individuell angepasst alle drei Wochen. Zusammen also eine gute Kombination.
Nur die Antidepressiva-Gabe ist eher kontraproduktiv. Wie alle Antidepressiva vorher auch schon, hatten die aktuellen Pillen keine positive Wirkung. Das letzte verursachte nur eine schnelle Gewichtszunahme…also kontraproduktiv, denn mehr Gewicht heißt auch größeres Rezidivrisiko und das ist ein absolutes No-Go. Also habe ich den Psychiater informiert, dass ich das Mittel absetze. Ich habe gar nicht lange gefragt, ob und wie, ich bin eine mündige, gut informierte, erwachsene Patientin … ich habe es einfach weggelassen und es hat funktioniert. Ich hatte keine Absetzsymptome, nur die Kilos verschwanden bald wieder – über deren Verlust bin ich sehr froh.

Die emotionalsten Momente des Jahres

Gedenksteine für eine Seebestattung

Die sind ganz schnell gefunden…und es zeigt sich in diesem Jahr besonders deutlich, wie nah Freude und Trauer bzw. Leben und Tod beieinander liegen.

Das zeigt sich am 1. Mai. Meine Oma stirbt 100jährig und, was ich erst Tage später erfahren soll, meine Tochter macht einen Schwangerschaftstest – positiv.
Was für eine Symbolkraft. Ein altes Leben geht und macht Platz für ein neues, junges.

Während wir dann Mitte Juli um dieses Baby und meine Tochter gebangt haben, weil sie sich mit dem Hantavirus infiziert hatte und für 1 Woche im Krankenhaus zum Teil sogar auf der Intensivstation war, lag mein Papa ebenfalls im Krankenhaus. Er starb just an dem Tag, als ein findiger Arzt fast wie in der Fernsehserie Dr. House darauf kam, dass es sich um das Hantavirus handeln muss und für das Baby keine Gefahr besteht (ein paar Tage später ging es auch meiner Tochter wieder deutlich besser, das Nierenversagen konnte abgewendet werden).
Wieder sehr bedeutsam.

Mein drittes emotionales Ereignis war am 23. Oktober als wir unseren neuen Mitbewohner abgeholt haben. Toby ist mein Herzenshund, er hat sich sehr schnell auf mich geprägt und ist ein Schätzchen (also meistens). Und eigentlich hat er ja auch einen tollen Job bei uns. Als Bewegungsmotivator und Achtsamkeitsexperte bekommt er als Gegenleistung Fresschen, Leckerchen, einen warmen Schlafplatz, Streicheleinheiten und viel Liebe. Für alle eine Win-Win-Situation – und außerdem wächst das Enkelchen mit Katzen (bei den Eltern) und Hund (bei uns Großeltern) auf. Besser geht gar nicht…

Das lief trotzdem anders als gedacht…

In meinem Post hierzu auf Instagram und Facebook hatte ich angefangen damit, dass ich dazu überhaupt erstmal gewusst haben müsste, was ich vorhabe in 2021.
Und eigentlich lief dann alles wie kurzfristig geplant, denn ich habe ja keine langfristigen Pläne gemacht.
Ja okay, irgendwie hatte ich mir schon vorgestellt, dass ich jeden Tag meditiere, Yoga mache, handarbeite, Neues lerne, Artikel schreibe (vielleicht auch etwas größenwahnsinnig ein Buch über meine Erfahrungen mit der Fatigue schreiben) und und und…
Was wurde daraus? Nicht viel, denn sehr oft fehlt mir die Kraft und Energie um diese tollen Dinge zu tun.
Tja, so is das eben… In den letzten Jahren hätte ich das noch als unmöglich und nervend empfunden.
Stattdessen übe ich mich immer mehr in Dankbarkeit für die Dinge, die eben gehen.
Was mir aber aufgefallen ist, dass ich während der ganzen Antragsgeschichte durch die Therapiezeiten, die Arzt- und Gutachtertermine und die Behördenkorrespondenz regelmäßig mehr blockiert habe und mir das auch etliches an Energie geraubt hat.
Und dann fängt die Fatigue plötzlich an doch mehr zu nerven als ein innerer Schweinehund.
Hinzu kommt irgendwie eine unterschwellige Angst, wenn ich mal gute Tage habe und etwas Schönes tun kann und sogar in Social Media davon poste. Klingt blöd. Ich weiß.
Trotzdem habe ich mich dann oft gefragt, wie das zusammen passt. Wie das bei Außenstehenden ankommt.
Gute Laune zu haben, schöne Dinge zu tun, glücklich zu sein, obwohl man ja immer sagt, dass man erschöpft ist und alles schwer fällt. Darf ich während meiner Arbeitsunfähigkeit glücklich sein? Solche dämlichen Gedanken waren es dann, die mich dazu gebracht haben, so gut wie nichts mehr zu posten, meinen Blog nicht zu beschreiben und auch die Inhalte meiner Webseite auf privat zu stellen. Bloß damit niemand auf die Idee kommt „ach die kann ja doch was leisten – Rente abgelehnt“. Als ob zufällig jemand von der Rentenversicherung genau nach meiner Webseite sucht und danach urteilt…
Jetzt zum Ende des Jahres hin, quasi mit Start in den Jahresrückblog habe ich dann den Mut gehabt, meine Seiten umzubenennen…Alle Seiten heißen jetzt wie ich und das ist dann doch auch irgendwie anders gelaufen als anfangs gedacht.
Und dieser Jahresrückblog2021 wird anders sein als gedacht.
Klar könnte ich mich darüber ärgern, ich hätte ja auch mehr Disziplin an die Tage legen können, auf Kosten meines Befindens und hätte dann fatiguemäßig kurz durchhalten und dann mordsmäßig erschöpft unterm Tisch gelegen. Neenee, das ist schon gut so wie es ist.

Ausgeknockt

Ich bin dankbar für diese Challenge. Wenn ich nach dem Stichtag noch was zu ergänzen habe, dann mach ich das vielleicht in einem zusätzlichen Artikel.

Was sonst so passierte…

So, damit komme ich erstmal zum Ende des eigentlichen Jahresrückblogs2021.
Aber was war sonst noch los? Fällt mir sonst noch was ein? Magst du noch ein paar Kleinigkeiten lesen?
Na dann…

– Unser Wohnwagen und Vorzelt haben ein festes Überdach bekommen und sind nun noch wetterfester. Allerdings haben sich nun zwei Lager unter den Dauercampern in der direkten Nachbarschaft gebildet. Die einen, die auf dem Campingplatz das bekommen wollen, wofür er eigentlich gedacht ist – Erholung und Ruhe im Erholungsgebiet und Luftkurort und die anderen, die denken, dass man unsolidarisch machen kann was man will, laut und ohne Rücksicht auf Regeln. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Jahr ein bisschen regelt. Jedenfalls lasse ich mir von Party machenden, Alkohol saufenden Nachbarn nicht meine Wochenenden vermiesen. Und ich habe kein Problem damit, diejenigen direkt der Platzleitung zu melden oder um 22:05 Uhr den Sicherheitsdienst zu rufen. Da ist nämlich die Konversation mit dem Ameisenhaufen oder dem Holzstapel fruchtbarer, jedes gesuchte Gespräch hat das bereits gezeigt. Und sonntags morgens um halb neun reicht Nana Mouskouri mit „Guten Morgen Sonnenschein“ vom Handylautsprecher als Gegenattacke nicht aus.

Wetterfest

– Ich habe mich überreden lassen von Android auf iOS zu wechseln und will wieder zurück.
– Mit den Antidepressiva habe ich 5kg zugenommen und mit Hund danach 7kg wieder abgenommen. Und bin darüber sehr froh. Und vielleicht verschwinden ja im nächsten Jahr nach der Dominostein- und Lebkuchen-Zeit noch ein paar Gramm.
– Trotz „Training“ schaffe ich nur maximal 2km lange Spazier-Runden.

Spaziergang zum Kraftbaum

– Das Homeoffice ist für den Mann ein Segen, weil er nicht nach Frankfurt rein muss. Für mich ist es manchmal eine Herausforderung, weil ich mich natürlich kümmern und z.B. pünktlich das Mittagessen bereit haben möchte. Und weil ich manchmal meine Musik als Gefühlsverstärker einfach lauter haben möchte (ohne Kopfhörer). Und noch aus einigen anderen dämlichen Gründen, denn eigentlich finde ich es auch gut, dass mein Schatz hier ist.
– Als Berechtigte der vorletzten Prio-Gruppe durfte ich mich im Mai und Juli impfen lassen. Das war natürlich auch als Bezugsperson zu einer Schwangeren wichtig. Ich würde es immer wieder tun, bin auch zum Boostern schon angemeldet. Ich verstehe auch Bedenken von manchen Personen, nicht aber die querdenkenden Impfverweigerer, die sich aus Protest nicht impfen lassen und von Diktatur sprechen. Ich trage selbstverständlich Maske und weiß auch sonst wie ich mich und andere schützen kann. Deshalb meide ich Weihnachtsmärkte, Volksfeste, Shoppingtouren und andere Menschenansammlungen – wobei ich das eigentlich schon immer gehasst habe. Und weil ich weiß, dass eine sinnvolle Diskussion mit diesen Querdenker eh zu nichts führt und reine Zeitverschwendung ist, lasse ich sie sein, wie sie sind und wünsche ihnen, dass sie nicht schwer erkranken. Und damit genug über das C-Thema. Es wird uns weiter begleiten und nicht wie die Pocken schnell ausgerottet werden.
– Sportlich war zwar insgesamt nicht so viel los, aber ich habe mein Mini-Trampolin mit einem Handhaltegriff ausgestattet und HulaHoop macht zu „Maniac“ von Michael Sembello richtig viel Spaß.

Hüpfen macht den Kopf frei

– Das Thema „Aromatherapie“ habe ich für mich entdeckt. Düfte, tolle reine ätherische Öle, verschiedene Anwendungen usw…

die richtigen Düfte auch

– Die Rauhnächte werde ich auch dieses Jahr zelebrieren. Aus den letzten Rauhnächten, also quasi vom Anfang des Jahres 2021 habe ich den Zettel gelost, der mit „Anstrengendes loslassen und gelassen sein“ beschriftet war. Ich denke das ist auch für das kommende Jahr ein guter Plan…zusätzlich zu dem, was ich in den Rauhnächten 2021/2022 lose.

Meine Wünsche für 2022

Natürlich wünsche ich mir wie jede/r: Weltfrieden, Ende der Pandemie, volles Bankkonto usw….
Dir persönlich wünsche ich Gesundheit, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Glück, Lachen, Erfolg und dass du in jeder Begebenheit das Positive und Schöne findest. Außerdem sollen sich alle deine Wünsche und Träume erfüllen.

Glück kann jeder immer brauchen

Für mich wünsche ich mir natürlich auch Gesundheit, ganz besonders für die kleine Maus und meine Tochter und überhaupt meiner ganzen Familie.
Dann wünsche ich mir, dass ich meine Fatigue öfters mal überreden kann, mehr zu schreiben – ich würde wahnsinnig gerne ein Buch schreiben und bis das soweit ist, schreibe ich wenigstens Blogartikel und Insta-Posts. Und vielleicht klappt es nächstes Jahr auch mal mit den Handarbeiten.
Für meine Webseite wünsche ich mir ein neues Design – hahahaaa, da muss ich wohl selbst ran.
Vielleicht ist nächstes Jahr auch mal wieder eine Woche Urlaub an der Nordsee drin – ein ganz großer Wunsch von mir.
Außerdem wünsche ich mir weiterhin eine angenehme Psychotherapie und hervorragende Lymphdrainage bei meiner Liebingsphysiotherapeutin.
Und so insgesamt wünsche ich mir Achtsamkeit, Meditation, Yoga, QiGong, Hobbys, gute Musik, gutes Essen, gute Gespräche, schöne Dinge, kostbare Kleinigkeiten und bedeutungsvolle Momente. Und was ich jetzt noch vergessen habe, wünsche ich mir auch…

Ich hoffe, du hattest auch etwas Freude beim Lesen. Ich hatte definitiv Spaß beim Schreiben.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit. Vielleicht hast du ja jetzt ein bisschen Lust, zu erfahren, wie es 2022 weitergeht, ob ich meine Wünsche erfüllen kann und was es sicher demnächst Neues auf meiner Webseite gibt.
Dann freue ich mich, wenn du mir auf Instagram oder Facebook folgst. Vielleicht können wir uns auch weiter austauschen oder uns gegenseitig unterstützen.
Ob und wie du meinem Blog hier folgen kannst, habe ich gerade nicht auf dem Schirm. Aber über die anderen Kanäle würde ich dich quasi auf dem Laufenden halten.
Bis bald, deine

Dani


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