Plan oder nicht Plan? That’s the question!

Wie komme ich als Fatigue-Betroffene und Scannerin ins Tun? Hilft es mir, wenn ich selbst 20-Minuten-Aktivitäten vorplane? Kann ich den Plan dann einhalten? Will ich so eine feste Struktur?

Scannerpersönlichkeit ist ein weiteres Schlagwort, was mich charakterisiert. Hast du schon mal etwas davon gehört? Sandra Reekers arbeitet mit Scannerpersönlichkeiten und hat es auf ihrer Webseite mal zusammengefasst.

Meine hohen Ansprüche an mich und meine Fatigue werden keine besten Freunde mehr. Aber ein bisschen vertragen oder Frieden schließen, das wäre schön. Oder besser gesagt, ich schließe Frieden – mit beidem. Mit der Fatigue friedvoll umzugehen, ist sowieso wichtig, weil ich mir sonst mein Leben unnötig schwer mache. Deshalb habe ich bereits vor Jahren erlaubt, dass die Erschöpfung quasi meine Begleiterin ist. Kein Feind gegen den ich kämpfen muss, denn das ginge nach hinten los, würde mordsmäßig Energie rauben und würde zu nichts führen.

Das mit den Ansprüchen ist ein weiteres Thema. Manchmal denke ich eben immer noch, dass ich 40 (oder 12) bin und keine Einschränkungen habe und das, das, das und das leisten „muss“, kann und auch möchte. Ich will mir oder wem auch immer beweisen, dass ich vielseitig begabt bin, nicht ganz dumm und was ich damit alles anfangen kann. Aber ich arbeite dran. Ich sehe vieles schon lockerer und es wird besser. Aber verdammt nochmal ich will aber *stampf mit dem Fuß auf wie ein trotziges Kind.

Engelchen und Teufelchen

Vielseitig interessiert zu sein finde ich toll. Ich möchte so viel tun, lernen, erleben. Handarbeiten wie stricken, häkeln, nass und trocken filzen, Makramee, Crotat oder Occhi lernen, mehr nähen. Dann finde ich Neurographik mega interessant und würde mich gerne damit beschäftigen. Oder tiefer in die Themen Tarot und Aromatherapie einsteigen. Auch sportlich darf’s mehr sein wie z.B. Gymnastik, Yoga, Qigong, Hula Hoop oder Trampolin – oder regelmäßig schwimmen gehen.

Ideen und Vorhaben

Und ich möchte lesen, (m)ein Buch und ganz viele Blogartikel und Posts schreiben. Ich möchte Kurse für PME, Achtsamkeit und Meditation leiten, Menschen anleiten und fachlich mehr über Fatigue lernen und weitergeben. Lachyoga praktizieren. Auch positive Psychologie finde ich sehr interessant und würde gerne mehr wissen. Mein Hochbeet richtig verstehen. Und Kurz- bzw. Langurlaube machen, Städte entdecken, wandern… Und und und…Dabei habe ich bestimmt noch einiges vergessen.

Hamburg Elbe-Sightseeing – „Elphi“

Ich weiß natürlich, dass ich wegen meiner Erschöpfung bei weitem nicht so viel hinkriege oder besser gesagt es nicht so schnell und schon gar nicht parallel.
Meine Psychotherapeutin meinte dazu auch, dass es als Macherin und vielseitige, intelligente Frau in dieser Situation wirklich schwierig für mich ist.
Doch wie bekomme ich jetzt meine (schon heruntergeschraubten) Ansprüche, die vielen Ideen und Wünsche, meine Neugier und die tumorbedingte Fatigue unter einen Hut?

In den vier Rehas haben mir die Terminpläne sehr viel Struktur gegeben und ich liebe Struktur. Da waren die meisten Termine so um die 20 bis 25 Minuten lang.
Das könnte ich ja vielleicht auch mal für Zuhause planen. Ich spreche nicht von den Hausarbeiten, die habe ich bereits geplant. Allerdings sehe ich diese im Moment eher als „Empfehlungen“ statt als feste Zeiten und ich schludere schon des öfteren mal und hake das ToDo einfach unbearbeitet ab. Die Aufgabe kommt ja meistens wiederholend im Plan vor – nach dem Motto „morgen ist auch noch ein Tag“.

halbherzig genutzte ToDo-Liste

Zuhause ist es auch immer noch anders als in der Klinik, weil ich mich dort ausschließlich um mich kümmern könnte. Kein putzen, kein einkaufen, kein kochen, kein waschen….nur ich.
Von den ca. 6 Terminen am Tag dort musste ich zwar auch schon mal den einen oder anderen ausfallen lassen. Damit konnte ich gut umgehen. Allerdings hatte ich selbst dort kaum „Kopf“ für Außerplanmäßiges oder Hobbys.
Wenn ich jetzt auch so um die 6 Zeiten vorgebe, dann könnte das funktionieren.
Mal durchdenken… Von den 6 Terminen sind schon mal 2 für die Gassirunden vordefiniert. Bleiben 4 für Haushalt und Ideen. Das kommt nicht hin. Das muss ich mir aufmalen.

Zeitplaner

Möchte ich mich wirklich so „verplanen“ und festlegen? Was ist dann mit Spontanität? Andererseits – so wie jetzt möchte ich das auch nicht.

Und dann ist da irgendwie eine Angst, die Ideen nicht umsetzen zu können oder das Neue nicht zu kapieren, weil meine Konzentration nicht lange reicht. Nein, nicht Angst, eher so Bedenken/Gedanken „für 20 Minuten lohnt es sich eh nicht anzufangen“. Und wegen dieser Vorstellung fange ich gar nicht erst an und es bleibt bei der Idee und ich ärgere mich über mich selbst, dass ich nicht angefangen habe.
Mein Kopf weiß, dass das totaler Blödsinn ist, mein Bauchgefühl auch. Doch wie komme ich ins Tun? Ist ein fester Plan dafür eine Hilfe? Ich muss ja auch nicht alles gleichzeitig stemmen. Nach und nach, mal dies, mal jenes…
Der Spagat zwischen vielen, wirklich sehr vielen Ideen, meiner Neugier und meiner Fatigue ist schwierig. Wie war das mit eigenen Ansprüchen und so? Das ist mein Teufelskreis, aus dem ich aussteigen will.

Fest steht, dass es so für mich nicht akzeptabel ist. Diese Fatigue macht mich zwar erwerbsunfähig, zwingt mich nach vielen neuen Lösungen zu suchen und knockt mich oft aus. Das habe ich soweit angenommen. Auch dass ich nach meiner Erkrankung und mit den Langzeitfolgen eine andere Dani bin. Und trotzdem will ich mich nicht komplett unterbuttern lassen. Ich möchte schöne Dinge tun, die Spaß machen, die mich ein bisschen fordern und womit ich auch ein wenig Bestätigung ernte (und wenn’s nur meine eigene ist).
Ich werde die Termin-Idee mal testen. Wenn’s nicht passt, bin ich frei, dies abzuändern. Ich bin schließlich die Queen of my plans.

Tarot – Königin der Münzen

Und außerdem muss man ja auch noch genügend Zeit haben, um einfach rumzusitzen.

Strand Meer Wellen

So wie hier zum Beispiel – da könnte ich sogar glatt alle meine Ideen vergessen und einfach vor mich hingucken.

Während ich das jetzt so schreibe (okay es waren mehrere Tage), fällt mir kurz vor dem Veröffentlichen auf, dass mir das Thema ziemlich viel abverlangt hat. Es ruft merkwürdige Emotionen hervor – resigniert, verärgert, unentschlossen sogar lustlos mich tiefer damit zu beschäftigen. Ich war sogar kurz davor, alles hinzuschmeißen – Blog, Instagram, Pläne und überhaupt alles. Und dann fiel mir wieder ein – neeee, ich lasse doch diese Fatigue nicht gewinnen – ICH bestimme über mein Leben – fertig.

Und dann ist heute dieser Supervollmond im Schützen. Auch wenn ich von Astrologie und Mondkalender nicht viel verstehe, glaube ich an die Macht und die Wirkung der Mondin. Vielleicht waren diese Gefühle auch vom Mond beeinflusst – ich merke das irgendwie immer häufiger, dass ich bei speziellen Phasen anders drauf bin.
Also habe ich mal recherchiert, ob mein Eindruck zur spirituellen Bedeutung der Mondphase passt. Und siehe da – für den Widder (also für mich) gilt: „Jetzt ist die Zeit für Wiedergeburt und Reorganisation. „Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Ideen immer überall verstreut sind, nehmen Sie sich etwas Zeit, um einen realistischen Plan zu entwickeln“, sagte Rae. „Erschaffe Gewohnheiten, an denen du festhalten kannst und von denen du dich nicht überwältigt fühlst. Erlaube dir, aus deinem eigenen Kopf herauszukommen und mehr in der Realität zu leben.“

Oder von der Astrowoche etwas anders ausgedrückt: „Die Vollmond-Energien im feurigen Schützen spornen den ohnehin schon energetischen Widder nur noch weiter an. Voller Arbeitseifer und Zuversicht können Sie sich neuen Herzensprojekten widmen, Ihren Alltag neu und effektiver strukturieren. Der Schütze-Mond stärkt außerdem Ihre Kommunikationsstärke, weshalb es besonders leichtfällt, neue und interessante Kontakte zu knüpfen, die sich noch als ziemlich nützlich erweisen werden.
Auch Ihre körperlichen Energiereserven werden aufgeladen und der Zeitpunkt, um mit einer neuen Sportart oder einer Ernährungsumstellung anzufangen, könnte nicht besser sein.“

Dani denkt nach

Mit anderen Worten… Ich mach dann mal ’nen Plan.

Möchtest du wissen, wie mein Plan vom Plan weitergeht? Dann schau demnächst gerne wieder vorbei – hier oder bei Instagram.

♥liche Grüße, deine Dani

12 von 12 im Juni

Auch in diesem Monat lädt Caro von Draußen nur Kännchen wieder ein, 12 Fotos am 12. zu machen und zu zeigen.

Ich Doofie hatte es natürlich wieder vergessen. Nein, falsch, gestern habe ich noch dran gedacht und heute wurde ich erst lange nach dem Frühstück durch diverse Insta-Posts dran erinnert.

Und hier sind sie – meine 12 von 12 an einem sommerlichen Sonntag (hauptsächlich vom Campingplatz).

Frühstückskaffee schon leer
Knie aufgeschürft nach Sturz…
…woran er schuld ist
Hängematte noch unbesetzt im Schatten
Knurr- und Wuff-Stopp-Waffe
Rasenmäher und Tretroller zu verkaufen
Ihr schmeckt’s – KüKaro (Kürbis-Karotte)
Windspiel gefällt dem Baby (und mir)
Runde um den See
Smiley lacht – Baby übrigens auch

So und nun verschwinde ich wieder. Habe mich gerade noch über meine WordPress-App geärgert, weil ich vom Handy 2 Fotos hochladen konnte und dann ging nix mehr – daher sind es heute ausnahmsweise auch nur 10 Fotos. Also durfte ich noch an den PC – darüber habe ich mich doch gefreut, weil der richtig, richtig gut ist – mein neuer (Second-Hand vom Mann) PC.

Übrigens werde ich morgen wahrscheinlich, spätestens am Dienstag einen weiteren Blogartikel veröffentlichen. Diesmal geht es um Fatigue, Scannerpersönlichkeit und meinem Umgang damit.
Wenn du magst, lies doch gerne wieder rein. Übrigens auf Instagram halte ich dich auch auf dem Laufenden was meine Planungen für die Blogartikel betrifft.

Ich freue mich über deinen Kommentar – bis bald!

Rückblick – Mai 2022

Als ich noch mit Blogspot gebloggt habe, habe ich auch des Öfteren einen Monatsrückblick veröffentlicht. Ich finde diese Rückblicke faszinierend und gleichzeitig echt schwierig – ob das wohl an meiner Vergesslichkeit liegt?
Jedenfalls ist meine Monatsrückblick insgesamt nicht ausführlich, sondern eher stichpunktartig und ich gehe hauptsächlich auf die Höhepunkte ein.
Aber nun ist es soweit: mein Monatsrückblick auf Mai 2022

Vanilleeis mit Erdbeeren, Tarotkarten mit Buch
  • [getrunken:] alkoholfreien Weißwein, selbstgemachten Eistee
  • [gegessen:] Spargel, Blumenkohl, Matjes, Erdbeeren
  • [gebacken:] Buttermilchkuchen, Croffles
  • [gefreut:] über die Rückkehr meines Schatzes nach 7 Wochen und über die Fortschritte meiner süßen Enkelin
  • [geärgert:] fällt mir gerade nix ein – lass ich so stehen
  • [gelacht:] viel, hätte durchaus manchmal noch mehr sein dürfen
  • [geweint:] ja, schon mal – seit ich gelernt habe, dass es sein darf, lasse ich es auch zu
  • [gehäkelt:] buntes Mandala, kleines Mandala
  • [gestrickt:] nix
  • [genäht:] Knistertuch, Schnullerkette
  • [geschrieben:] Insta Posts, Blogartikel
  • [gemacht:] Schränke gestrichen
  • [gesportelt:] ganz wenig, zu wenig
  • [gelaufen:] 7644 Schritte täglich im Durchschnitt (236964 gesamt)
  • [geschaukelt:] dem Enkelbaby dabei zugeschaut
  • [gefeiert:] Muttertag, Vatertag, das Leben
  • [gedacht:] Trau dich doch einfach. Mach es einfach und wenn’s nix wird, macht es auch nix.
  • [gelaunt:] überwiegend heiter
  • [gefühlt:] angeregt und neugierig
  • [gerädert:] Fatigue-Level 5/10
  • [gewertet:] ein ziemlich durchschnittlicher Monat

So, das fiel mir jetzt doch ziemlich schwer. Daher werde ich mal versuchen, einen wöchentlichen Rückblick zu machen oder so etwas wie einen Post über meine wöchentlichen Freu-Momente. Irgendwas fällt mir schon ein. Vielleicht fällt es mir Ende Juni auch leichter, weil ich ja jetzt schon weiß, dass ich einen Rückblick schreiben werde und da vielleicht, ganz eventuell ein bisschen vorbereite.

Wie ich wurde, was ich bin! Mein Weg zur whatever!?!

Unentschlossenste Frau, die ich kenne. Oder Expertin für mich! Nein…Freundin von Dankbarkeit und Glück – vor allem als Fatigue-Betroffene – genau, das ist es, das passt!!!
Als Judith aka Sympatexter das Thema veröffentlicht hat, habe ich einen kleinen Lachflash erlitten. Das Thema beim #boomboomblog2022 lautet „Wie ich wurde, was ich bin“ und mir kam als erstes „müde“ in den Sinn.
Klar, als Fatigue-Betroffene passt das perfekt. Darüber poste ich ja auf Instagram und Facebook öfters. Immer nur kurz und nie perfekt und ausgefeilt, was mich dabei begleitet sind Glück und Dankbarkeit. Und so ging es los!

Mönchengladbach, Karsamstag 1971
Mein Weg zum Profi für Dankbarkeit und Glück startet schon mit meiner Geburt – irgendwie.

Danis Grinsebäckchen ca. Oktober 1971

Zuerst werde ich mal Lach-Expertin – ich lache immer und überall. Sogar in meinem Abi-Heft 1990 haben meine MitschülerInnen darüber geschrieben – Dani die Grinsekatze.
Und dann schreiben sie noch, dass man ja auch später noch heiraten könne.

Abi-Zeitung Stift.-Hum.-Gymnasium MG 1990

Ja, kann man und tut man auch, und zwar am 19.9.91. Ziemlich spontan, zumindest was den Termin angeht. Ich war in der Ausbildung, mein Zukünftiger musste zur Bundeswehr, eine Wohnung musste bezahlt werden, also nehmen wir die staatliche Unterstützung für Verheiratete einfach mit, denn im nächsten Sommer hätte es so weit sein sollen.
Er ist übrigens der, den meine MitschülerInnen im Abi-Heft meinen.

Hochzeitsfoto

Martin ist seit 1. Juni 1986 mein Fels in der Brandung, mein Ruhepol, mein Seelenverwandter, der Beste, mein Mit-Lacher. Durch ihn erfahre ich, was Glück und Dankbarkeit bedeuten. Das zeigt sich im Laufe der Zeit immer wieder.

Das Leben Anfang/Mitte 20 läuft fröhlich dahin. Job gut, Wohnung gut, Beziehung sowieso gut.
Dann wurde ich schwanger.
Im Juli 1996 bekam ich deswegen von meiner Chefin (zu der Zeit selbst schwanger) zu hören, dass meine Pläne mit Kind und Umzug ins Rhein-Main-Gebiet nicht kompatibel mit denen des Unternehmens wären.
Okay, ich ließ mir von niemandem mein Glück stehlen. Also kündigte ich, organisierte den Umzug.

Seidengemaltes Bild des Umzugs

Im März 1997 habe ich dann unsere Tochter zur Welt gebracht – nach einer sehr glücklichen Schwangerschaft und dankbar, weil sich ein schlimmer Verdacht nicht bestätigte (das würde hier den Rahmen sprengen).

(Noch) Schwanger – ca. 10 Stunden vor der Entbindung

Es folgten Jahre mit viel Lachen, glücklichen Umständen, Dankbarkeit für richtige Entscheidungen usw.
Wir springen mal ein ganzes Stück weiter.

2011 nach vielen kleinen Jobs und einer glücklich machenden Kündigung beschloss ich, mich mit einem Büro-Service selbstständig zu machen. Bis ich durch eine glückliche Fügung eine Festanstellung bekam.
Dezember 2011 – Assistentin der Geschäftsführung in einem Autohaus. Zuerst am Frontdesk und später Backoffice mit Buchhaltung etc.

Montag, 16. Januar 2012 das Glück scheint ausgereizt zu sein. Am Freitag vorher war ich wegen einer fiesen Blasenentzündung beim Hausarzt, den ich wegen einer Muskelverhärtung im Brustmuskel um Rat fragte. Pustekuchen, Muskelverhärtung – ich solle sofort einen Termin beim Gynäkologen machen. Glück am Telefon, Termin schon Montag.
Dann ging alles Schlag auf Schlag. Ultraschall, Mammographie und Stanzbiopsie bestätigten innerhalb von nicht ganz zwei Wochen die Tumordiagnose. Bähm – Brustkrebs – niemand in meiner Familie ist daran bisher je erkrankt – nun gut, bin ich mal die erste.
Doch auch hier hatte ich Glück – der Tumor war zwar relativ groß und wuchs recht schnell, hatte noch nicht gestreut und auch keine Lymphknoten befallen. Die Tumorformel war ebenfalls gut.

Klinikzimmer mit Meerblick – mitten in Hanau (Hessen)

Am 7. Februar 2012 bekam ich mitten in Hanau ein Zimmer im Klinikum mit Meerblick – mein Mann hat das organisiert und wir sorgten damit für viele Lacher. Nach der OP erzählte ich der Psychoonkologin, dass ich immer gute Laune habe, egal wie schlecht es mir geht, denn schlechte Laune macht es ja nicht besser. Diese Einstellung hat mir über viele Tiefpunkte während Chemo und Bestrahlung geholfen.

Chemo-Cocktail – fehlt nur der O-Saft zum „Campari“

Im Anschluss an die Behandlungen sollte es zur Reha gehen. Ich habe einfach im Antrag meine Lieblings-Wunsch-Klinik angegeben – Nordsee-Klinik Westerland.
Und yeah, ich durfte glücklich und sehr dankbar im Oktober 2012 für 4 Wochen nach Sylt.

Collage von Sylt-Fotos

Meinen weiteren Plänen stand nichts im Wege – so dachte ich. Also fing ich an, mich um Dani 2.0 zu kümmern.
Ich absolvierte 2013 eine Weiterbildung zur Fachkraft für Finanzbuchführung als Klassenbeste. Ich schrieb zwei Bewerbungen, meinen Job im Autohaus hatte ich wegen der Erkrankung bzw. des sowieso befristeten Arbeitsvertrags freigeben dürfen. Ich bekam unmittelbar nach dem einzigen Vorstellungsgespräch eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung ab Januar 2014 – ich war super glücklich.

Doch im den kommenden Jahren steigerte sich meine Fatigue. Ich durfte mehrmals zur Reha, habe MBSR kennengelernt und begonnen, Achtsamkeit und Meditation zu üben.
Ende 2018 und Anfang 2019 machte ich Ausbildungen zur Achtsamkeitstrainerin, Meditationslehrerin, Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung und Lachyoga-Leiterin – hauptsächlich für mich. Mittlerweile musste ich wegen der Fatigue meine Arbeitszeit auf die Hälfte reduzieren. Trotzdem wollte ich nebenbei mein Wissen weitergeben. Doch mein Dienstherr erlaubte es nicht. Egal, ich hatte ohnehin gerade genug mit mir zu tun. Und dann kam „C“.

Meine Wall of Certifications

Ich stellte fest, dass es zu wenige Experten für tumorbedingte Erschöpfung gibt bzw. dass viele Ärzte diese Erkrankung als Langzeitfolge überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Ich hatte keine Lust auf die Depressionsschublade (bitte nicht falsch verstehen, Fatigue ist etwas ganz anderes als eine Depression, auch wenn sie sich sehr ähneln). Die lösungsorientierte Optimistin in mir strebte nach radikaler Akzeptanz.

Juni 2020 – Aufgrund immer häufigeren und längeren Ausfallzeiten und stärker werdenden kognitiven Einschränkungen durch die Fatigue, wurde mir geraten, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Ich war dauerhaft arbeitsunfähig.
Mit viel Glück und Hilfe bei den Anträgen durch den VdK, meiner Kündigung bei der Behörde, viel Unterstützung durch einen erfreulicherweise neutralen Gutachter sowie einer kompetenten Psychotherapeutin wurde diese Rente zum 1. Januar 2021 bewilligt.

Büro-Auszug September 2020

Und was macht mich außerdem zur Freundin von Dankbarkeit und Glück?
Na ganz klar, meine kleine Kernfamilie. Mein Mann, der mich seit mittlerweile 36 Jahren durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Meine wunderbare Tochter, die mich am 3. Januar 2022 zur Oma von Marlyn Sophie gemacht hat. Und mein charmanter Schwiegersohn in spe, wo vielleicht ganz bald das „in spe“ gestrichen werden kann.

Großen Anteil hat seit Oktober 2021 mein persönlicher Coach auf vier Pfoten mit zimtfarbenem Fell – Toby.

Toby – Achtsamkeitskollege und Motivationstrainer

Wenn du jetzt denkst, dass es sonst keine unglücklichen Begebenheiten gab, irrst du. Es sind Omas und Opas, Schwiegermama und Schwiegerpapa sowie mein Papa im Laufe der Jahre verstorben.

Gedenksteine für die Seebestattung meines Papas August 2021

Auch einige interfamiliäre Themen haben mich oft an mir zweifeln lassen. Vielleicht habe ich eine stark ausgeprägte Resilienz, ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich von meiner Oma schon früh gelernt, dass alles immer für irgendwas gut ist. Das macht mich aus, so bin ich. Dankbar und glücklich!

Willst du mehr über Cancer related Fatigue – tumorassoziierte Fatigue lesen oder wie ich im Alltag damit umgehe? Oder wirst du selbst von einer tumorbedingten Erschöpfung begleitet und möchtest dich mit mir austauschen? Oder vielleicht willst du einfach mehr zum Thema Glück trotz widriger Umstände erfahren?
Dann folge mir auf Instagram oder abonniere meinen Blog.

Ganz lieben Dank an die großartige Judith Peters von sympatexter, die diesen #boomboomblog2022 aufgezogen hat und viele Menschen zum bloggen bringt.

PS 21. September 2022: nachdem ich mit meinem Blog ein bisschen zu oft hin und her umgezogen bin, war dieser Artikel leider verschollen. Deshalb habe ich ihn mit einem Skript, was nicht ganz dem endgültigen Artikel entspricht, erneut veröffentlicht. Ich finde, der gehört unbedingt auf meinen Blog.

12 von 12 im Mai

Ach, was freue ich mich, heute endlich mal wieder bei den 12 von 12 mitzumachen. Mein Blog- bzw. Seitenaufbau ist immer noch im Stocken, trotzdem gibt es heute ein paar Eindrücke meines Tages. Komm mit und freu dich mit mir…

Meine Tarot-Tageskarte

Heute habe ich zum ersten Mal eine Tageskarte gezogen – und zwar hier online. Na da bin ich ja mal gespannt, hört sich aber schon mal gut an, denn ich muss heute Vormittag zu meinem Gynäkologen zur Brustkrebs-Nachsorge. Immer noch habe ich ein bisschen Bammel – dabei ist es ja im 10. Jahr schon fast Routine – wobei – nein, Routine wird das nie…

Toby mein Achtsamkeitsexperte

Toby, mein persönlicher Motivations- und Achtsamkeitsexperte fragt sich hier wohl, wann ich endlich in die Puschen komm…

Creme für die anspruchsvolle Haut mit extra LSF muss einfach sein

Also husche ich ins Bad, unter die Dusche und erledige was sonst so anfällt, damit der arme Hund endlich auf seine Gassirunde kann…

Mein Westfenster

Obwohl ich kein Ost-Fenster habe, gibt es ab und zu das Phänomen, dass sich die Morgensonne beim Nachbarn im Fenster spiegelt und mir ein Licht- und Schattenspiel schenkt…

Wolkig spektakulär

Die Gassirunde ist trotz der dunklen Wolken nicht ins Wasser gefallen…

Bettwäscheberge

Ja, ich glaube, die muss ich mal zusammenlegen und wegräumen…

Eistee to be…

Noch schnell Hagebuttentee mit Rosmarin aufgeschüttet, dann kann der nachher schön abkühlen…

Parkplatz im Grünen mitten in der Stadt

Okay, der Wunsch ans Universum lautete „Parkplatz direkt auf der Straße vor dem Ärztehaus“ – aber so weit weg ist das ja jetzt auch nicht. Durch die Bäume kann ich das Gebäude schon sehen.

Wartezimmer beim Gynäkologen

So, dann jetzt warten und den Puls kontrollieren, alle Fragen zurecht legen und dann geht’s los. Brustultraschall, abtasten, Vorsorgeuntersuchung, Gespräch, Besprechung der weiteren Vorgehensweise… Ergebnis: alles bestens, Lymphdrainage bekomme ich auch weiter, weil sie wirklich gut wirkt. Ich freue mich über ein NIX!!!

Retoure im Baumarkt

Meine persönliche Belohnung fällt heute etwas anders aus. Ich werde mir ein Streuselteilchen gönnen, denke ich zu dieser Zeit noch, doch es kommt anders…denn es gibt nirgendwo ein Streuselteilchen, also kaufe ich mir nach dem Baumarktkurzbesuch für die Retoure eine Puddingbrezel.

teuer und noch nicht mal besonders lecker
Babyklamotten

Leider sind die Farben absolut nicht original (im Kofferraum sind halt keine Studioleuchten). Da ich nämlich für mich sonst keine Belohnung für das NIX gefunden habe, profitiert meine zuckersüße Enkelin und darf dann bei den tollen sommerlichen Temperaturen ein Kleidchen (weiß mit mintgrün und niedlichem Kaktus- und Wassermelonenmuster) anziehen. Ein fliederfarbenes T-Shirt mit Happy-Aufdruck geht sowieso immer und die niedlichen kurzen Hosen bedecken den Windelpopo. Ich könnte mir vorstellen, dass sich meine Tochter freut und die Kleene total niedlich aussehen wird.

So, das waren also meine 12 von 12 im Mai. Es gab noch ein paar weitere Fotos von meinem Mittagessen und von der Nachmittagsgassirunde bzw. von meinem Kraftbaum. Die zeige ich vielleicht ein anderes Mal.

Bist du auch dabei bei den 12 von 12? Schreib mir gerne einen Kommentar, wenn dir meine 12 Bilder gefallen haben.

Und schau doch mal vorbei bei Caroline von Draußen nur Kännchen!

Jahresrückblog21

Mein Jahresrückblick 2021: Ein Jahr mit vielen Facetten

Zu allererst muss ich echt mal lachen – hahahahaaaaa! Ich will einen Jahresrück(blick)blog schreiben. Ja nee, is klar! Was habe ich denn schon zu erzählen? Das interessiert doch eh niemanden. Und dann will ich auch noch jeden Tag bei der Aktion von Judith aka Sympatexter aktiv mit dabei sein. Das war echt der größte Witz, den ich da produziert habe. Ein paar Tage habe ich geschafft und dann hat mich meine Fatigue eingeholt und der schöne Ehrgeiz ist flöten. Aber so what!? Egal, schei..egal!!! Aber da du das hier jetzt lesen kannst, habe ich es geschafft, irgendwie, nicht ganz so wie ich es eigentlich wollte.
Aber aber und eigentlich hatte ich eigentlich aus meinem Wortschatz abgeschafft. *lach

Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim lesen und freue mich über dein Interesse an meinem verrückten Jahr 2021!

Viel Spaß!

Eckdaten für dieses verrückte Jahr

  • 50 Jahre alt bin ich im April geworden, also 5 Jahrzehnte bin ich auf der Welt, ein halbes Jahrhundert. Fühlen tue ich mich manchmal wie 80 und manchmal wie 15 – also von den Flausen im Kopf her jedenfalls.
  • 30 Jahre bin ich mit dem besten Mann des Universums verheiratet. Perlenhochzeit – eine wirklich lange Zeit. Wir sind quasi gemeinsam erwachsen geworden – wobei, warte, sind wir wirklich erwachsen? Manchmal ja, manchmal nein. Sagen wir es so: wir sind gemeinsam gewachsen und älter geworden. Dafür danke ich dir sehr, mein Schatz.
Perlenhochzeit – auf 30 Jahre Ehe
  • 25 Jahre Hessen – vor einem viertel Jahrhundert sind mein Mann und ich (damals schwanger) von Mönchengladbach ins Rhein-Main-Gebiet gezogen. Da man solche großen Umzüge entweder der Liebe oder des Jobs wegen macht, hat der vorige Absatz bereits die Info gebracht – der Job war schuld, der Job meines Mannes.

Was war sonst so?

Ich bin im 9. Jahr nach „Das Dingen“ – also seit 9 Jahren krebsfrei und doch nicht gesund.
7 Jahre im öffentlichen Dienst gingen zu Ende
Oma wurde 100, Mama wurde 70 – ein Jahr voller Nuller (nein, nicht voller Nullen!!!)

Und was ich sonst so erlebt habe, folgt jetzt – hast du Lust zu lesen? Dann bitte schön!

Getroffene Entscheidungen – näher drüber nachgedacht

Habe ich mich richtig entschieden?

Auch wenn der Jahresrückblog nicht unbedingt chronologisch abgefasst ist, fange ich mal mit dem Januar an. Denn im Januar hatte ich meine ersten Gewissensbisse ob meiner Entscheidung, zu kündigen.
Vorangegangen ist ja meine Arbeitsunfähigkeit seit Juni vergangenen Jahres, ausgelöst durch meine Fatigue und der Tatsache, dass ich im Job aufgrund der Personalsituation wieder eine Aufgabe übernehmen musste, die meine Fatigue verstärkt.
Da sich keine Lösung für einen „leidensgerechten“ Arbeitsplatz finden ließ (also die Führung wollte nichts finden), blieb keine andere Möglichkeit als in die Arbeitsunfähigkeit zu gehen. Mein Arbeitgeber hatte zwischenzeitlich sogar meine Arbeitsfähigkeit in Frage gestellt und mich indirekt aufgefordert, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Weil ein ständiger psychischer Druck dazu kam, habe ich mich dann entschieden, dort zu kündigen. Das war alles schon 2020.
Für 2021 habe ich also eine Erleichterung erwartet. Pah, von wegen. Es fühlte sich überhaupt nicht gut an. Zweifel kamen. Hatte ich zu früh selbst gekündigt? Hätte ich es der Behörde schwer machen sollen und die durch diverse Formalitäten und Integrationsamt laufen lassen sollen, damit die mir kündigen? Das war nämlich bereits in Vorbereitung. Egal, denn es war durch, ich war aus dem Vertrag raus. Heute weiß ich, dass ich auch bei einer einvernehmlichen Lösung – zum Beispiel mit weniger Stunden und passender Aufgabe – sicher nicht dorthin zurück gegangen wäre. Dafür gab es zu viele unschöne Situationen und Erfahrungen mit den „lieben“ KollegInnen.
Wie gesagt, es fühlte sich Anfang des Jahres nicht 1000% richtig an. Auch während der ganzen laufenden Antragsphase für die Rente hatte ich öfters das Gefühl, dass man mir wegen meiner Kündigung den Weg schwer macht.
Erst viel später, seit ich nicht mehr an den Job denke, ich teilweise schon die vollständigen Namen von KollegInnen vergessen habe und keinen Knoten mehr im Magen bekomme, wenn ich am Gebäude vorbeifahre, weiß ich – alles richtig gemacht, alles ist gut!

Hilfe! Hilfe! Meine Antragsstory

So, also mein Antrag auf Rente läuft seit August 2020. Meine Reha habe ich im Dezember 2020 beendet.
Im Januar 2021 kam dann der Reha-Bericht. Absolut unmöglich, einfach copy/paste von anderen Berichten, standardmäßig unpersönlich. Ich wäre 100% fit. Das konnte ich nicht so stehen lassen und habe eine Stellungnahme verfasst. Die hat mich vielleicht Nerven gekostet. Allerdings kam das Unvermeidliche nach dem Bericht der rentenversicherungsangeschlossenen Rehaklinik – die Rente wurde abgelehnt!
Guter Rat war jetzt teuer! Selbst einen Widerspruch schreiben und es versuchen? Einen Anwalt einschalten? Zahlt das unsere Rechtschutzversicherung überhaupt? Klein beigeben und irgendwie weitermachen? Nein, weitermachen nur bei dem „Kampf“ um Anerkennung meiner tumorbedingten Fatigue bei der DRV als leistungsmindernde Erkrankung – will heißen: Widerspruch aber nur mit professioneller Unterstützung!
Ich wurde Mitglied im VdK und bekam Hilfe! Tolle Hilfe! Die Anwältin schrieb den Widerspruch, unterstützte mich auch durch Zuspruch und empfahl mir, nicht aufzugeben.
Auch zum Ende meines Krankengeldbezugs stand sie mir mit Rat und Tat zur Seite, so dass der Antrag auf Nahtlosigkeit bei der Agentur für Arbeit im ersten Anlauf durchging und ich dort sofort nach Aktenlage ohne weitere Begutachtung als „leistungsfähig unter 15 Wochenstunden“ eingestuft wurde – übersetzt für die Rentenversicherung würde das bedeuten „volle Erwerbsminderung“. Das war ja das Ziel.
Vielleicht liest du es hier schon raus!? Die Rentenversicherung hatte sich noch nicht entschieden. Denn…

Ein Gutachten muss her!

Das Gutachten

Ach du Schreck! Da flattert im Sommer ein Brief herein, in dem ich von der DRV aufgefordert werde, zu einem von denen bestellten Gutachter zu gehen. „Oh nein“, schoss es mir durch den Kopf. „Der ist doch sowieso voreingenommen und nicht neutral, der begutachtet wie der Reha-Doc sicher im Sinne der Rentenversicherung.“ Doch anscheinend kam es anders.
Der Termin für das Gutachten rückte näher. Ich schrieb Tagesprotokolle, Energietagebuch, suchte Fachliteratur über tumorassoziierte Fatigue heraus und stellte einen dicken Schnellhefter mit Infos über mich, meine Erkrankung, mein Leben mit der Fatigue und Berichten von Psychologen, Psychiatern usw. zusammen.
Die Nacht vor dem Termin habe ich natürlich so gut wie nicht geschlafen, was bestimmt dafür okay sein könnte. Da ich vorher viel darüber gehört und gelesen hatte, dass Gutachter den Probanden gerne mal Fallen stellen, wurde ich bis vor die Tür gefahren, fuhr nicht selbst.
Der Gutachter war sehr freundlich, war gut vorbereitet, ließ aber während und nach den Untersuchungen nichts durchblicken. Ich hatte nur das Gefühl, dass er wider Erwarten doch neutral ist.
Leider weiß ich bis heute nicht, was genau in dem Gutachten drin stand. Trotzdem scheint es ja den medizinischen Dienst bei der Agentur für Arbeit überzeugt zu haben.
Und an dieser Stelle möchte ich kurz vorweggreifen…

Meine Rente ist bewilligt!!!

Geduld und Hartnäckigkeit zahlen sich aus – der Rentenbescheid ist da

Anscheinend war das Gutachten maßgebend für die Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente.
Ach, ich habe mir vor ein paar Tagen erst so ein Loch in den Bauch gefreut. Aber der Reihe nach.
Nach dem Gutachten kam zirka sechs Wochen später wieder Post von der Rentenversicherung. Jetzt wollten die eine Bestätigung von meinem Arbeitgeber. Häh, wie jetzt? Ich habe doch keinen, ich bin doch nicht mehr im Job…ganz klein im Text stand irgendwo dann „ehemaliger Arbeitgeber“. Okay, eingetütet, weggeschickt, gehofft, dass es schnell geht. Und es ging schnell, ausnahmsweise, es fehlte zwar eine Angabe in der Bestätigung, das war mir jetzt wurscht. Ich schrieb diese Info in einem Begleitbrief und schickte alles weg. Das war Mitte November. Puh, schon fast eineinhalb Jahre im Krankengeldbezug, 15 Monate seit Rentenantrag und noch keine Idee wie der Stand der Dinge aktuell ist.
Da ich im Laufe der Korrespondenzen bemerkt hatte, dass zwischen den Briefen immer ungefähr sechs Wochen sind, habe ich gehofft, dass der nächste Schritt noch vor Weihnachten kommt.
Und dann kam das Merkwürdigste. Meine Krankenkasse überwies mir zwei Wochen nach der Aussteuerung nochmal Geld, als Korrektur für das komplette Jahr. Häh? Wieso? Egal, Geld ist Geld, die Mitteilung kommt sicher noch.
So war es dann am Samstag des 4. Adventswochenendes. Ich war dabei, den Hund zu bürsten, da kam die Post. Ein großer Brief vom VdK und ein normaler von der Krankenkasse. Da ich ja wissen wollte, was es mit der Nachzahlung auf sich hat, riss ich zuerst diesen Brief auf. Und da stand: Beitragserstattung bei Rentenbewilligung! Was? Woow! Wo ist der andere Brief? Der große Umschlag wurde aufgerissen und ja!!! Es war meine Rentenbewilligung!!!
Da das alles über den VdK lief, hatte die Krankenkasse die Info schon vor mir und deshalb war das alles bereits in dieser Sache erledigt. Ich konnte es nicht fassen, ich hatte Tränen in den Augen, lesen war nicht drin, ein Freudenschrei hallte durchs Haus. Wer gerade bei uns vorbei gegangen ist, hat bestimmt gedacht, das ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hab *lach
Die Erleichterung setzte schlagartig ein, es fiel alles von mir ab, die Anspannung war wie weggeblasen. Natürlich ist die Rente befristet, schließlich bin ich erst 50, schließlich könnte sich mein Gesundheitszustand verbessern, schließlich könnte ich ja auch einen leidensgerechten Arbeitsplatz finden – möglicherweise, eventuell, unter Umständen, also rein hypothetisch.
Bis zu einer Verlängerung habe ich jetzt gut eineinhalb Jahre Zeit und kann so jetzt endlich zur Ruhe kommen.
Trotzdem fühlt es sich schon ein bisschen befremdlich an, dass ich mich darüber freue, „unfähig“ zu sein. Arbeitsunfähig, leistungsunfähig, erwerbsunfähig. Wie dem auch sei…es ist eine Belohnung für mich, geduldig gewesen zu sein. Denn Geduld ist ja definitiv nicht meine Stärke.
Das ist bestimmt mein schönstes Weihnachtsgeschenk!
Es sei denn…

Was passiert, wenn man eine Tochter hat

Ich habe ja weiter oben schon mal geschrieben, dass ich mich manchmal wie 80 fühle. Du erinnerst dich?!
Dann fühle ich mich wie eine alte Oma.
Ha, pah, ich werde eine junge Oma sein!!!
Meine Töchting wird Mama, ich werde Oma! Anfang Januar 2022 ist ET. Mal sehen, vielleicht kommt das Baby ja früher – dann würde dieses Ereignis auf jeden Fall die Rentenbewilligung noch als bestes Weihnachtsgeschenk toppen. Das kannst du mir glauben!!!
Du fragst dich bestimmt gerade, ob ich verrate, was es ist!?

Wir werden Großeltern

Es ist ein….Baby! Oder wie die gewünschte Gender Reveal Party kurzweilig wurde

Nachdem wir im Mai erfahren habe, dass wir Großeltern werden, rückte meine Tochter mit einer großen Bitte raus. „Mama, machst du uns eine Gender Reveal Party?“
Eine bitte was?!?
Klar, irgendwo hatte ich das schon mal auf Instagram, Facebook oder TikTok gesehen. Ich werde ja eine junge Oma sein, da kenne ich diese Medien natürlich.
Okay, Gender Reveal Party – zu deutsch so in etwa „geschlechtsoffenbarende Feier“ – jut, ich bleib da doch lieber beim englischen Begriff.
Also wenn die erwachsene Tochter und der Schwiegersohn in spe eine solche Bitte äußern, was macht Muttern da? Natürlich! Eine Party schmeißen!!!
Da ich mich ja auf den Social Media Kanälen tummele, habe ich sofort angefangen, Ideen zu finden. „Oh ja, das machen wir! Mmmmh, das ist auch nett! Haha, das ist lustig!“… du kannst es dir bestimmt denken, ich konnte mich nicht entscheiden. Und daraus wurde „sie haben es sich gewünscht, aber ich bestimme, was und wie es gemacht wird!“ Ich spanne die beiden auf die Folter.
Übrigens wusste es meine Tochter es wirklich nicht, denn die Gynäkologin hat es wie gewünscht aufgeschrieben und in einen verschlossenen Umschlag gesteckt und ihr mitgegeben. Deshalb wurde es keine Party für die Verwandt- und Bekanntschaft sondern hauptsächlich für die werdenden Eltern.
Der Termin wurde gewählt, ein paar enge Freunde eingeladen, natürlich auch die anderen werdenden Großeltern und die Organisation startete.
Um das Essen hat sich der werdende Opa (mein Schatz) gekümmert – Hot Dog Party – sehr praktisch – Daumen hoch.
Um Kuchen, Muffins, gefärbte Torte kümmerte sich die andere Oma.
Da das Wetter nicht so sommerlich war, spielte sich alles in unserem Wohnbereich ab – eng, aber nett.
Und ich kümmerte mich um Deko und eine Spiele-Reise zur Enthüllung.
Es gab also verschiedene Stationen, wo die werdenden Eltern etwas tun mussten. Alles in der Hoffnung, jetzt endlich das Baby-Geschlecht zu erfahren. Natürlich habe ich mir einen Höhepunkt für die endgültige Auflösung ausgesucht. Ein Ballon mit dem „richtig farbigen“ Konfetti sollte es auflösen. Und nach acht Spielen war es soweit und meine Tochter hat’s ein bisschen verpasst. Die beiden haben den Ballon zerplatzen lassen, das Konfetti flog und sie hat damit gerechnet, dass es noch nicht aufgelöst ist und beide Farben als Konfetti fliegen. Tja, gefühlt eine halbe Ewigkeit hat es gedauert, bis sie realisiert hat, dass es doch schon endlich nach 3 Stunden aufgelöst wird. Ihre Freundin rief nämlich: „Ein Mädchen!“ und da wurde es meiner Tochter endlich klar!!!

Es ist ein Mädchen

Jaaaaa, wir freuen uns so sehr, wir bekommen eine kleine Enkelin (natürlich hätten wir uns genauso über einen Jungen gefreut, das ist ja mal klar). Den Namen weiß ich auch schon, darf ich hier und jetzt noch nicht verraten.

Apropos – hier und jetzt…Achtsamkeit und Psychotherapie als Kombi

Was eine Überleitung…
Damit wäre ich also wieder bei meiner Fatigue. Auf meinem Blog, meinen Seiten und in meinem Leben geht es eben viel um meine Fatigue.
Ich habe ja seit fast 10 Jahren, also seit der Chemotherapie während meiner Krebserkrankung, ein Erschöpfungssyndrom. Anfangs war es ganz normal, es entwickeln fast alle Behandelten eine Erschöpfung. Mit den Jahren klingt diese Erschöpfung normalerweise deutlich ab. Bei mir allerdings nicht. Nach einigen Rehas, Recherchen und Empfehlungen habe ich vor einigen Jahren die Achtsamkeitspraxis kennengelernt und wende dieses und jenes davon mehr oder weniger konsequent an.
Als ich dann im Frühsommer von der Krankenkasse aufgefordert wurde, mir zusätzliche Unterstützung aus der Psychiatrie oder mit einer Psychotherapie zu holen, dachte ich zuerst „och nö, nicht schon wieder!“ Ich hatte ja bereits eine Therapie und Behandlung mit diversen Antidepressiva hinter mir. Das war bis vor kurzem übrigens noch das Mittel der Wahl, Fatigue-Betroffene in die Depressionsschublade zu stecken. Genauer betrachtet ähneln sich die Symptome auch, sie unterscheiden sich aber auch. Wenn man also auf einen Psychiater trifft, der sich mit Fatigue wenig bis gar nicht auskennt und den es auch nicht interessiert, dann ist man ganz schnell unter Psychopharmaka.
So, jetzt wieder zum aktuellen Teil. Ich machte also einen Termin bei dem Psychiater von vor 4 Jahren, weil ich da relativ schnell einen Termin bekam und gleichzeitig suchte ich eine Psychotherapeutin, die sich ein bisschen mit Psychoonkologie auskennt, kassenärztlich abrechnen kann und nicht soooooo weit entfernt ist bzw. die ich gut erreichen kann. Das sind mit dem Wunsch, zeitnah einen Termin zu bekommen, im Bereich der Psychotherapie fast unerfüllbare Wünsche.
Ich sah es als Herausforderung, schließlich stand die leise Drohung im Raum, dass die Krankenkasse vielleicht mein Krankengeld streicht, sollte ich nichts machen.
Und zusätzlich zum Psychiater-Termin hatte ich 10 Tage nach Kontaktaufnahme bereits einen Termin bei einer Psychotherapeutin, zuerst in den Sprechstunden, ganz schnell danach dann schon als fester Termin mit sofort genehmigter Therapie.
Dieses Mal hatte ich auch direkt ein gutes Gefühl. Die Psychologin kennt sich aus, macht sich schlau, ist empathisch und die Sitzungen bei ihr fühlen sich nicht nach Therapie an, sondern fast wie ein nettes Gespräch zwischen Bekannten. Bei ihr fühle ich mich angenommen und angekommen.
Achtsamkeit praktiziere ich natürlich weiterhin, die Psychotherapie läuft ganz individuell angepasst alle drei Wochen. Zusammen also eine gute Kombination.
Nur die Antidepressiva-Gabe ist eher kontraproduktiv. Wie alle Antidepressiva vorher auch schon, hatten die aktuellen Pillen keine positive Wirkung. Das letzte verursachte nur eine schnelle Gewichtszunahme…also kontraproduktiv, denn mehr Gewicht heißt auch größeres Rezidivrisiko und das ist ein absolutes No-Go. Also habe ich den Psychiater informiert, dass ich das Mittel absetze. Ich habe gar nicht lange gefragt, ob und wie, ich bin eine mündige, gut informierte, erwachsene Patientin … ich habe es einfach weggelassen und es hat funktioniert. Ich hatte keine Absetzsymptome, nur die Kilos verschwanden bald wieder – über deren Verlust bin ich sehr froh.

Die emotionalsten Momente des Jahres

Gedenksteine für eine Seebestattung

Die sind ganz schnell gefunden…und es zeigt sich in diesem Jahr besonders deutlich, wie nah Freude und Trauer bzw. Leben und Tod beieinander liegen.

Das zeigt sich am 1. Mai. Meine Oma stirbt 100jährig und, was ich erst Tage später erfahren soll, meine Tochter macht einen Schwangerschaftstest – positiv.
Was für eine Symbolkraft. Ein altes Leben geht und macht Platz für ein neues, junges.

Während wir dann Mitte Juli um dieses Baby und meine Tochter gebangt haben, weil sie sich mit dem Hantavirus infiziert hatte und für 1 Woche im Krankenhaus zum Teil sogar auf der Intensivstation war, lag mein Papa ebenfalls im Krankenhaus. Er starb just an dem Tag, als ein findiger Arzt fast wie in der Fernsehserie Dr. House darauf kam, dass es sich um das Hantavirus handeln muss und für das Baby keine Gefahr besteht (ein paar Tage später ging es auch meiner Tochter wieder deutlich besser, das Nierenversagen konnte abgewendet werden).
Wieder sehr bedeutsam.

Mein drittes emotionales Ereignis war am 23. Oktober als wir unseren neuen Mitbewohner abgeholt haben. Toby ist mein Herzenshund, er hat sich sehr schnell auf mich geprägt und ist ein Schätzchen (also meistens). Und eigentlich hat er ja auch einen tollen Job bei uns. Als Bewegungsmotivator und Achtsamkeitsexperte bekommt er als Gegenleistung Fresschen, Leckerchen, einen warmen Schlafplatz, Streicheleinheiten und viel Liebe. Für alle eine Win-Win-Situation – und außerdem wächst das Enkelchen mit Katzen (bei den Eltern) und Hund (bei uns Großeltern) auf. Besser geht gar nicht…

Das lief trotzdem anders als gedacht…

In meinem Post hierzu auf Instagram und Facebook hatte ich angefangen damit, dass ich dazu überhaupt erstmal gewusst haben müsste, was ich vorhabe in 2021.
Und eigentlich lief dann alles wie kurzfristig geplant, denn ich habe ja keine langfristigen Pläne gemacht.
Ja okay, irgendwie hatte ich mir schon vorgestellt, dass ich jeden Tag meditiere, Yoga mache, handarbeite, Neues lerne, Artikel schreibe (vielleicht auch etwas größenwahnsinnig ein Buch über meine Erfahrungen mit der Fatigue schreiben) und und und…
Was wurde daraus? Nicht viel, denn sehr oft fehlt mir die Kraft und Energie um diese tollen Dinge zu tun.
Tja, so is das eben… In den letzten Jahren hätte ich das noch als unmöglich und nervend empfunden.
Stattdessen übe ich mich immer mehr in Dankbarkeit für die Dinge, die eben gehen.
Was mir aber aufgefallen ist, dass ich während der ganzen Antragsgeschichte durch die Therapiezeiten, die Arzt- und Gutachtertermine und die Behördenkorrespondenz regelmäßig mehr blockiert habe und mir das auch etliches an Energie geraubt hat.
Und dann fängt die Fatigue plötzlich an doch mehr zu nerven als ein innerer Schweinehund.
Hinzu kommt irgendwie eine unterschwellige Angst, wenn ich mal gute Tage habe und etwas Schönes tun kann und sogar in Social Media davon poste. Klingt blöd. Ich weiß.
Trotzdem habe ich mich dann oft gefragt, wie das zusammen passt. Wie das bei Außenstehenden ankommt.
Gute Laune zu haben, schöne Dinge zu tun, glücklich zu sein, obwohl man ja immer sagt, dass man erschöpft ist und alles schwer fällt. Darf ich während meiner Arbeitsunfähigkeit glücklich sein? Solche dämlichen Gedanken waren es dann, die mich dazu gebracht haben, so gut wie nichts mehr zu posten, meinen Blog nicht zu beschreiben und auch die Inhalte meiner Webseite auf privat zu stellen. Bloß damit niemand auf die Idee kommt „ach die kann ja doch was leisten – Rente abgelehnt“. Als ob zufällig jemand von der Rentenversicherung genau nach meiner Webseite sucht und danach urteilt…
Jetzt zum Ende des Jahres hin, quasi mit Start in den Jahresrückblog habe ich dann den Mut gehabt, meine Seiten umzubenennen…Alle Seiten heißen jetzt wie ich und das ist dann doch auch irgendwie anders gelaufen als anfangs gedacht.
Und dieser Jahresrückblog2021 wird anders sein als gedacht.
Klar könnte ich mich darüber ärgern, ich hätte ja auch mehr Disziplin an die Tage legen können, auf Kosten meines Befindens und hätte dann fatiguemäßig kurz durchhalten und dann mordsmäßig erschöpft unterm Tisch gelegen. Neenee, das ist schon gut so wie es ist.

Ausgeknockt

Ich bin dankbar für diese Challenge. Wenn ich nach dem Stichtag noch was zu ergänzen habe, dann mach ich das vielleicht in einem zusätzlichen Artikel.

Was sonst so passierte…

So, damit komme ich erstmal zum Ende des eigentlichen Jahresrückblogs2021.
Aber was war sonst noch los? Fällt mir sonst noch was ein? Magst du noch ein paar Kleinigkeiten lesen?
Na dann…

– Unser Wohnwagen und Vorzelt haben ein festes Überdach bekommen und sind nun noch wetterfester. Allerdings haben sich nun zwei Lager unter den Dauercampern in der direkten Nachbarschaft gebildet. Die einen, die auf dem Campingplatz das bekommen wollen, wofür er eigentlich gedacht ist – Erholung und Ruhe im Erholungsgebiet und Luftkurort und die anderen, die denken, dass man unsolidarisch machen kann was man will, laut und ohne Rücksicht auf Regeln. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Jahr ein bisschen regelt. Jedenfalls lasse ich mir von Party machenden, Alkohol saufenden Nachbarn nicht meine Wochenenden vermiesen. Und ich habe kein Problem damit, diejenigen direkt der Platzleitung zu melden oder um 22:05 Uhr den Sicherheitsdienst zu rufen. Da ist nämlich die Konversation mit dem Ameisenhaufen oder dem Holzstapel fruchtbarer, jedes gesuchte Gespräch hat das bereits gezeigt. Und sonntags morgens um halb neun reicht Nana Mouskouri mit „Guten Morgen Sonnenschein“ vom Handylautsprecher als Gegenattacke nicht aus.

Wetterfest

– Ich habe mich überreden lassen von Android auf iOS zu wechseln und will wieder zurück.
– Mit den Antidepressiva habe ich 5kg zugenommen und mit Hund danach 7kg wieder abgenommen. Und bin darüber sehr froh. Und vielleicht verschwinden ja im nächsten Jahr nach der Dominostein- und Lebkuchen-Zeit noch ein paar Gramm.
– Trotz „Training“ schaffe ich nur maximal 2km lange Spazier-Runden.

Spaziergang zum Kraftbaum

– Das Homeoffice ist für den Mann ein Segen, weil er nicht nach Frankfurt rein muss. Für mich ist es manchmal eine Herausforderung, weil ich mich natürlich kümmern und z.B. pünktlich das Mittagessen bereit haben möchte. Und weil ich manchmal meine Musik als Gefühlsverstärker einfach lauter haben möchte (ohne Kopfhörer). Und noch aus einigen anderen dämlichen Gründen, denn eigentlich finde ich es auch gut, dass mein Schatz hier ist.
– Als Berechtigte der vorletzten Prio-Gruppe durfte ich mich im Mai und Juli impfen lassen. Das war natürlich auch als Bezugsperson zu einer Schwangeren wichtig. Ich würde es immer wieder tun, bin auch zum Boostern schon angemeldet. Ich verstehe auch Bedenken von manchen Personen, nicht aber die querdenkenden Impfverweigerer, die sich aus Protest nicht impfen lassen und von Diktatur sprechen. Ich trage selbstverständlich Maske und weiß auch sonst wie ich mich und andere schützen kann. Deshalb meide ich Weihnachtsmärkte, Volksfeste, Shoppingtouren und andere Menschenansammlungen – wobei ich das eigentlich schon immer gehasst habe. Und weil ich weiß, dass eine sinnvolle Diskussion mit diesen Querdenker eh zu nichts führt und reine Zeitverschwendung ist, lasse ich sie sein, wie sie sind und wünsche ihnen, dass sie nicht schwer erkranken. Und damit genug über das C-Thema. Es wird uns weiter begleiten und nicht wie die Pocken schnell ausgerottet werden.
– Sportlich war zwar insgesamt nicht so viel los, aber ich habe mein Mini-Trampolin mit einem Handhaltegriff ausgestattet und HulaHoop macht zu „Maniac“ von Michael Sembello richtig viel Spaß.

Hüpfen macht den Kopf frei

– Das Thema „Aromatherapie“ habe ich für mich entdeckt. Düfte, tolle reine ätherische Öle, verschiedene Anwendungen usw…

die richtigen Düfte auch

– Die Rauhnächte werde ich auch dieses Jahr zelebrieren. Aus den letzten Rauhnächten, also quasi vom Anfang des Jahres 2021 habe ich den Zettel gelost, der mit „Anstrengendes loslassen und gelassen sein“ beschriftet war. Ich denke das ist auch für das kommende Jahr ein guter Plan…zusätzlich zu dem, was ich in den Rauhnächten 2021/2022 lose.

Meine Wünsche für 2022

Natürlich wünsche ich mir wie jede/r: Weltfrieden, Ende der Pandemie, volles Bankkonto usw….
Dir persönlich wünsche ich Gesundheit, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Glück, Lachen, Erfolg und dass du in jeder Begebenheit das Positive und Schöne findest. Außerdem sollen sich alle deine Wünsche und Träume erfüllen.

Glück kann jeder immer brauchen

Für mich wünsche ich mir natürlich auch Gesundheit, ganz besonders für die kleine Maus und meine Tochter und überhaupt meiner ganzen Familie.
Dann wünsche ich mir, dass ich meine Fatigue öfters mal überreden kann, mehr zu schreiben – ich würde wahnsinnig gerne ein Buch schreiben und bis das soweit ist, schreibe ich wenigstens Blogartikel und Insta-Posts. Und vielleicht klappt es nächstes Jahr auch mal mit den Handarbeiten.
Für meine Webseite wünsche ich mir ein neues Design – hahahaaa, da muss ich wohl selbst ran.
Vielleicht ist nächstes Jahr auch mal wieder eine Woche Urlaub an der Nordsee drin – ein ganz großer Wunsch von mir.
Außerdem wünsche ich mir weiterhin eine angenehme Psychotherapie und hervorragende Lymphdrainage bei meiner Liebingsphysiotherapeutin.
Und so insgesamt wünsche ich mir Achtsamkeit, Meditation, Yoga, QiGong, Hobbys, gute Musik, gutes Essen, gute Gespräche, schöne Dinge, kostbare Kleinigkeiten und bedeutungsvolle Momente. Und was ich jetzt noch vergessen habe, wünsche ich mir auch…

Ich hoffe, du hattest auch etwas Freude beim Lesen. Ich hatte definitiv Spaß beim Schreiben.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit. Vielleicht hast du ja jetzt ein bisschen Lust, zu erfahren, wie es 2022 weitergeht, ob ich meine Wünsche erfüllen kann und was es sicher demnächst Neues auf meiner Webseite gibt.
Dann freue ich mich, wenn du mir auf Instagram oder Facebook folgst. Vielleicht können wir uns auch weiter austauschen oder uns gegenseitig unterstützen.
Ob und wie du meinem Blog hier folgen kannst, habe ich gerade nicht auf dem Schirm. Aber über die anderen Kanäle würde ich dich quasi auf dem Laufenden halten.
Bis bald, deine

Dani


Mein 50. 🍾🥂

Zweimal durfte ich heute hören „Willkommen im Club“! 🥳
Wat denn für’n Club? Wo ist denn die Mitgliedskarte 💳? Wo die Clubzeitschrift 📰?
Ach, ich höre gerade, die Apothekenumschau muss ich mir in der Apotheke ⚕️ selbst holen *grmpf. Auch das noch…na ja solange es nicht der Seniorenratgeber ist…🤭

Ja, okay, ich bin jetzt im Club fifty. Von mir aus, wegen mir, meinetwegen… das heißt aber jetzt nicht etwa, dass ich mich anders, angepasster benehmen muss!? Dann lehne ich die Mitgliedschaft ab – nö, albern sein muss sein 😂

Mein Personalausweis sagt, dass ich jetzt 50 bin. Mein Leben und ich haben also Goldene Hochzeit.
Früher fand ich, dass die meisten älter 👵🏻 aussahen als heutige 50-jährige.
Jetzt finde ich, 50 ist das neue 40. Ich glaube, dass ich mich ganz gut gehalten habe – auch wenn ich andere 50jährige Frauen hier auf’m Dorf sehe, finde ich, dass ich locker noch für 48 durchgehe 😂.
Klar, die Haare werden grau 🧓🏻 (schon länger und da stehe ich zu), die Brille 👓 wird stärker, die Knochen 🦴 knackiger – und das alles ist mir sowas von egal.🤷🏼‍♀️
Vermutlich ist mittlerweile weit mehr als die Hälfte meiner Lebenszeit vorüber. Und manchmal fühle ich mich durch die Fatigue auch eher wie 75 oder so 🙊, während die Flausen im Kopf 🤡 deutlich in Richtung 25 gehen – also liegt mein urkundliches Alter rechnerisch genau dazwischen. Das ist doch auch was. 👍🏼
Aber ändert sich jetzt was? Nö! Außer vielleicht, dass ich noch ein bisschen bewusster leben möchte 🙏🏼🧘🏼. Ich möchte weiterhin Spaß haben bei allem was ich so anstelle. Ich möchte Sachen ausprobieren, ich schreibe das mal in meiner Löffelliste 📋(bucket list) zusammen. Ich will lachen 😀. Und genießen 🎂 so gut es geht. Ich bin ein Kopfmensch, trotzdem möchte ich träumen ✨ und mir (realistische) Ziele 🎯 setzen und erreichen.

Ich wünsche mir zu meinem Geburtstag, dass mein Schatz 🥰, mein Fels in der Brandung mich auch weiterhin so toll (unter-)stützt und tüddelt, den meisten Quatsch mitmacht und mich bei anderem Unsinn einbremst. Ich wünsche mir, dass Töchting auch richtig glücklich bleibt und unsere Mutter-Tochter-Beziehung so freundschaftlich, zwanglos und vertrauensvoll bleibt 😘.
Und für euch alle wünsche ich mir, dass ihr euren Weg findet, kennt und geht, mit unendlicher Freude, mit Leichtigkeit und viel Lachen.
Dazu passt mein neuer Lieblingsspruch „Jeder Tag ist mein Lieblingstag. Manche haben nur etwas mehr Schwerkraft!“
In diesem Sinne, stoßt mit mir an – auf dich, auf mich, auf euch, auf uns und auf das Leben 🥂🍾

Gedanken-Aprilwetter

Hey, geht dir das verrückt spielende April-Wetter auf die Nerven? Immer dieses hin und her? Kalt, warm, zu warm, Frost, Wind, Sonne, Regen, Graupel, Schnee und wieder von vorne.

So geht es mir seit Wochen gedanklich, seelisch, whatever…
Wenn du magst, lade ich dich heute mal wieder zu einem kleinen Einblick in meinen Seelen-Striptease ein.

Ich werde ganz bald 50, bin seit Monaten arbeitsunfähig wegen meiner krebsbedingten Fatigue. Ich hatte vor 9 Jahren Brustkrebs und wurde mit OP, Chemo und Bestrahlung sowie noch laufender Antihormontherapie behandelt. Seitdem begleitet mich diese Fatigue, eine ziemlich hartnäckige Erschöpfung.
Anfangs war das nichts Besonderes, nach dem Ende der Behandlungen mit zunehmendem zeitlichen Abstand wurde es dann doch ungewöhnlich. Das war für mich inakzeptabel und ich habe mich dagegen gesträubt, habe dagegen angekämpft, habe wieder normal Fahrt aufgenommen. Das ging nicht lange gut und zusätzlich zu dem körperlichen Knockout kamen die Gedankenstrudel. Ich konnte das nicht akzeptieren, nicht annehmen.
Mit Achtsamkeitstraining, Meditation, Resilienz und Optimismus habe ich die Gedankenstrudel in Bezug auf die Fatigue ganz gut im Griff, also psychisch gesehen ist die Erschöpfung nur noch ein kleines Thema. Sie ist da, darf mich begleiten und mehr nicht – bis zu dieser Erkenntnis war es aber ein langer Weg.
Was echt nervig ist, ist, dass ich insgesamt bei weitem nicht mehr so kann wie ich will oder wie andere Frauen in meinem oder sogar höheren Alter (also was körperliche und auch geistige Belastbarkeit anbelangt – keine Konzentration, Schwierigkeiten beim Erfassen von Zusammenhängen usw.).
Seit meinen Ausbildungen zur Achtsamkeitstrainerin für Meditation, Kursleiterin für progressive Muskelentspannung und Lachyoga-Leiterin vor zwei Jahren wollte ich meine Geschichte nutzen, anderen Betroffenen Mut zu machen, Tipps zu geben und mein Wissen weiterzugeben, damit sie ihre Fatigue besser verstehen und damit gut umgehen können. Ich wollte eine Webseite, bei Facebook und Instagram, wollte zahlende KundInnen gewinnen, die mir mein Programm „Fatigue Eigenregie“ abkaufen.

Doch es kamen Zweifel. Zum einen wegen der technischen Umsetzung und zum anderen die Selbstzweifel, wieso gerade ich Tipps geben sollte, wo ich doch die Fatigue immer noch habe. Dann kommt dazu, dass ich mich nicht über länger konzentrieren kann, um ein gutes Programm zusammenzustellen oder einen Onlinekurs zu kreieren und meine ganzen Ideen unter einen Hut zu bringen.

Das machte mir Druck und brachte Unzufriedenheit, was mich dann psychisch weiter blockierte. Und schon war es wieder aus mit den kontrollierten Gedanken, sie strudelten unkontrolliert herum, legten sich neben die Fatigue und alles war doof. Ich war nicht mehr ich, das gefiel mir gar nicht.

Und genau hier kam ein Zufall zu Hilfe – ätherische Öle und EFT (Klopfen gegen Stress). Schon bei der Auswahl des Öls war es faszinierend, das Klopfen selbst hat mich erst tiefer in die Emotionen geleitet, um mir dann bei den Wiederholungen eine Lösung zu schenken. Auch beim Warten heute Morgen auf meinen Arzttermin hat sich alles genauso dargestellt.

Ich weiß jetzt, was ich will. Ich will mich nicht verbiegen, nicht zu sehr über meinen Komfortzonenrand hinausgehen (das mag Hedwig nicht – Hedwig ist meine Fatigue), Dinge mit Spaß erledigen, meine Hobbys kultivieren und mich nicht unter Druck setzen, wenn die Erschöpfung mal wieder stärker ist. Es soll wieder mehr Leichtigkeit einziehen. Und vom Kopf her passt das alles zusammen, denn schließlich bin ich nicht ohne Grund arbeitsunfähig.
Trotzdem ist es ja erlaubt zu leben. Ich darf, will und werde Sachen tun, die mir Spaß machen (ob es für irgendwas sinnvoll ist oder nicht), ich werde lachen und gute Laune haben. Ich werde noch besser auf mich hören, auch als Kopfmensch ein Bauchgefühl entwickeln. Und wenn ich nicht mehr kann, dann lege ich mich ohne schlechtes Gewissen auf die Couch und gucke fern oder Löcher in die Luft.

Es wird also keine 5-Tages-Challenge, keinen Onlinekurs, kein kostenpflichtiges Programm und auch keinen Shop geben.
Ich werde aber nicht verschwinden, ich werde ohne festen Zeitplan etwas posten – immer dann, wenn ich Lust habe, wenn es mir möglich ist, wenn ich ein Thema habe…

Vielleicht kannst du ja auch so, ohne „Programm“, etwas aus meinen Geschichten für dich gewinnen. Vielleicht liest du einfach nur so gerne mit.
Deshalb freue ich mich, wenn du mir weiterhin folgst.

Kann man zu viele Pläne haben?

Ja, ich sage, ja! Wobei nicht insgesamt zu viele, eher zu viele gleichzeitig, die gegeneinander konkurrieren.

So geht es mir gerade. Ich habe viele Ideen im Bereich Handarbeiten – ich möchte häkeln, stricken, filzen, knüpfen, nähen. Dann möchte ich auch unbedingt lesen, lesen, lesen – und tolle Podcasts hören. Ach ja, Musik hören ist auch toll. Hatte ich schon Musik machen erwähnt?

Und dann ist da noch Sport – ich möchte Qigong machen und vielleicht auch lehren lernen. Und jeden Tag YinYoga praktizieren und Hula Hoop und Gymnastik machen. Ach ja, Ergometer-Training für die Ausdauer ist ein Muss (was mir auch Spaß macht).

Dann möchte ich auch noch unbedingt einfach-achtsam-sein ausbauen und in eine konkrete Richtung bringen. Doch in welche genau? Achtsamkeitstraining oder allgemeiner Entspannungstraining oder doch ganz speziell alles zusammen nur für Tumor-Fatigue-Betroffene? Und wie? Mehr in Social Media machen, auf Online-Kurse konzentrieren oder doch lieber offline mit persönlichem Kontakt?  
Mich juckt es in den Fingern, ein Buch zu schreiben.

So, jetzt sagst du, dann benutze doch einen Planer und mach alles. Aber! …Ohwei, wenn ich „aber“ sage, will das was heißen. Die Wörter ‚aber‘ und ‚eigentlich‘ habe ich vor Zeiten aus meinem Wortschatz gestrichen. „Aber“ birgt immer eine Ausrede und „eigentlich“ meint ganz oft „nee, das will ich nicht“.
Nun zurück zu meinem „Aber“ hier im Kontext. Mein „Aber“ heißt tumorassoziierte Fatigue. Ich möchte gerne all das tun, die Ideen fehlen nicht. Doch die Fatigue selbst oder die Sorge vor den hinlänglich bekannten Auswirkungen machen mir Striche durch meine Planungen. Eins nach dem anderen machen, ist eh klar. Doch was zuerst? Spaß machen alle meine Vorhaben!

Wie gehe ich jetzt damit um, fragst du dich sicher gerade. Die hat selbst doch ihre Fatigue nicht im Griff und will Ratschläge geben? Ja, will ich und werde ich.
Denn ich erzähle gerne, wie ich damit umgehe! Achtsam und dankbar! Achtsam, indem ich in mich hineinhöre und -fühle, was ICH jetzt in diesem Moment brauche. Jetzt könntest du denken, dass das erst mit der eigenen körperlichen Verfassung abgeglichen werden müsse. Nein, muss es nicht extra, denn aus meiner Erfahrung bringt dieses achtsame Hinhören genau die richtige Antwort zur jeweiligen Situation. Wenn ich zum Beispiel total platt bin und kaum einen Fuß vor den anderen setzen kann, wird mein Innerstes sicher keinen Gewaltmarsch vorschlagen, sondern eher etwas Regeneratives wie Couching mit Podcast hören oder Meditation. Und wenn ich mental keinen klaren Gedanken finde und keinen Satz gerade herausbringe, werde ich eher etwas zum Kopf frei bekommen machen wollen – vielleicht ein Spaziergang oder eine Runde Hula Hoop. Wenn mein Kopf total klar ist, kommt dann die Lust auf Konzentrationsarbeit wie eine neue Handarbeitstechnik erlernen oder texten. Ich glaube, du weißt was ich damit sagen will.

Leider ist es nicht immer gern gesehen, auf sich und seine Bedürfnisse zu hören. Was soll denn xy von mir denken, wenn die Fenster nicht blitzeblank sind! Oder ich muss mich erst um was-auch-immer kümmern, bevor ich was für mich tun kann.
Bullshit, völliger Blödsinn! Schmutzige Fenster dürfen jederzeit von den Leuten geputzt werden, die sich daran stören. Und wenn ich immer erst an andere denke und dadurch meine (begrenzte) Kraft verbrauche oder sogar vergeude, ist niemandem geholfen.

Versteh‘ mich bitte nicht falsch. Sicher müssen gewisse Dinge erledigt werden, das Leben besteht nicht nur aus spaßigen Angelegenheiten. Doch wir dürfen auch delegieren oder auch mal schludern.

Aufgabe für diese Woche: Trau‘ Dich, die Staubfussel unterm Schrank eine weitere Woche liegen zu lassen – was auch immer…

Möchtest du mehr über Fatigue erfahren und mögliche Ideen, damit umzugehen, erlernen? Auch hier habe ich viele Ideen – dann melde dich gleich bei mir über das Kontaktformular.

Bis dann, deine Dani von einfach-achtsam-sein

Innere Antreiber

Heute habe ich ein Thema, zu dem ich vom heutigen Kalenderblatt inspiriert wurde. Die inneren Antreiber.

Du kennst sie auch! Anerzogen sind sie, als Kind hast du sie im Erziehungsprozess verinnerlicht. Aus früheren Tagen, aus deiner Kindheit. Und jetzt als Erwachsene kennt dein inneres Kind sie immer noch – und du hörst sie auch von außen gelegentlich im Berufsleben oder bei „gut gemeinten Ratschlägen“ von Verwandten.

Lass‘ dich nicht so hängen! – Träum‘ nicht! – Reiß‘ dich zusammen! – Tu was! – Streng‘ dich an!

Solche „tollen“ Sätze von außen bekommt man in den unmöglichsten Situationen zu hören, sogar von Personen, von denen man es überhaupt nicht erwartet hätte – so wie ich zuletzt in meiner psychosomatischen Reha von einer Ärztin – ich solle mich doch mal zusammenreißen, ich wäre doch noch nicht alt, wie könne ich denn erschöpft sein, ich wäre ja zur Erholung in Reha! Bäm – voll vor den Kopf gestoßen, ich wusste nicht mehr was ich darauf sagen sollte, denn in dieser Situation hatte ich gerade von einer Psychiaterin etwas Anderes erwartet. Das musste ich erstmal „verdauen“, diesen unverschämten Sätze die Macht entziehen. Mir gelingt das recht gut, ich dachte in dem Moment nur eher an Personen, die psychisch labiler sind – aber das ist ein anderes Thema.

Als eigene innere Antreiber von sich selbst ausgesprochen, finde ich diese Sätze schon gut, wenn man sie für sich richtig anwendet. Sie dürfen allerdings nicht zu stark sein, nicht so viel Macht haben, dass du an diesen Sätzen verzweifelst oder zerbrichst.

Ich glaube, mit einer gewissen Resilienz (seelische Widerstandskraft) kommst du mit diesen inneren (!!!) Antreibern sehr gut zurecht. Denn wenn wir in jeder Krise, bei jedem kleinen Problemchen oder gar bei schweren Erkrankungen ständig ohne innere Antreiber bleiben und uns nicht ab und zu mal selbst in den Allerwertesten treten, dann übernehmen eben diese Situationen die Kontrolle und das Leben wird um einiges komplizierter.

Wenn du in einem „Loch“ hängst, mental, psychisch oder physisch, dann hilft es, sich diese Sätze zu sagen – als liebevolle Aufforderung, am besten mit einem Lächeln – „los jetzt, lass‘ dich nicht so hängen, versuch‘ es!“ Und dann versuch‘ es – was auch immer „es“ ist.
ABER! Jetzt kommt ein dickes ABER! Wenn es nicht funktioniert, nicht geht, du es nicht weiter schaffst…, dann bestrafe dich nicht. Freue dich über deinen Versuch und über das was geklappt hat, auch wenn es vielleicht nur ein winziger Teilerfolg ist.
Lass‘ dann für eine Weile von diesem Thema ab und wende dich einem erfolgversprechenderen Thema zu.

Ich provoziere mal ein bisschen: Ich glaube, dass selbst psychisch Erkrankte (z.B. bei leichten bis mittleren Depressionen) sich nicht nur in Watte packen und warten sollten, bis die Phase vorüber ist. Höre auf deine inneren Antreiber, höre genau hin, was sie dir sagen wollen. Deine wahren inneren Antreiber wissen genau, was dir gut tut!

Wichtig: Ich spreche nicht von den Bull-Shit-Bingo-Sätzen, die von außen auf dich einprasseln! Gemeint sind vor allem Ermunterungen wie „och, eigentlich könnte ich mal xy machen“ oder auch „es würde mir bestimmt Spaß machen, xy zu tun“…
Sobald dein innerer Schweinehund diese Aufforderung mit „müsste“ oder „muss“ hinterlegt oder es gar befohlen wird, ist die wohltuende Herzlichkeit einem Druck gewichen, der in den meisten Fällen das Ganze eher verschärft. Das darf nicht passieren. Diese Appelle überhörst du einfach.
Natürlich darfst du solche inneren und äußeren Ermahnungen auch hinterfragen und für dich anpassen.
In der nächsten Situation gibt dir dein innerer Antreiber wieder genau den richtigen Tipp! Verlass‘ dich drauf!

Und noch eins: du bist genug und immer richtig!

Wenn Du mehr über „Resilienz“ oder zu einem meiner anderen Themen lernen oder Du mit mir arbeiten möchtest, melde Dich gerne bei mir über das Kontaktformular.
Ich freue mich auf Dich!

Deine Daniela Schillmöller