Trudenmarie und Dietbert – dein schlechtes Gewissen

Trudenmarie und Dietbert – dein schlechtes Gewissen

Heute habe ich ein kleines Gedankenspiel für dich – echt aus dem Leben gegriffen und mir so passiert. Ich glaube, dir auch schon mal. Schlechtes Gewissen, Selbstkritik, Schuldgefühle, fehlende Akzeptanz und wie du das mit einem Gurkenglas, Dankbarkeit und Selbstliebe ändern kannst.

Stell dir bitte mal folgende Situation vor.

Du hast einen freien Tag ohne jeden Termin, keine Verpflichtung, keine Verantwortung für andere. Ein Tag nur für dich. Du kannst schalten und walten, wie du es willst.

Du nimmst dir also ein paar nette Dinge für deine Selbstfürsorge vor und auch ein paar andere Dinge, die du schon längst erledigen wolltest, bisher aber sehr ausgiebig prokrastiniert hast – Ablage zum Beispiel.
Und dann kommt DER Tag. Du könntest einigermaßen ausschlafen und was passiert? Natürlich du wachst um vier Uhr auf, weil sich deine Blase unbedingt mal melden wollte. Damit ist jetzt dein Kopf auch wach, dein Körper noch nicht.
(Irgendwie erscheint mir gerade der Sketch von Otto im Ohr „Großhirn an alle…“ *prust)
Sorry, ich war kurz abgelenkt. Also du legst dich nochmal hin. Denn was könntest du um vier Uhr schon machen? Außerdem ist ja noch der Anhang da, den du nicht wecken willst.
Okay. Du liegst also wieder im kuscheligen Bett. Und dein Hirn rattert und rattert. Du versuchst alles, was dir einfällt, um wieder einzuschlafen. Atem beobachten, zählen, meinetwegen auch Schäfchen.
Dann fällt dir plötzlich ein, dass du ja schon immer mal wieder um fünf Uhr aufstehen wolltest. So wie die vielen Influencer und SelbstoptimierumgsexpertInnen es empfehlen. Doch dein Körper sagt dir, dass du noch liegen bleiben sollst, er wäre noch nicht wach genug dafür. Außerdem bist du ja Fatigue-Betroffene oder sonst vom Alltag ein bisschen erschöpft. Also hörst du auf dich und bleibst liegen.
Einschlafen ist trotzdem nicht. Mit der Zeit findest du dich damit ab und machst dir „vernünftige“ Gedanken, was du also nachher in welcher Reihenfolge und Form machen wirst usw.
So langsam bricht der Tag an, deine Liebsten beginnen deren Tag und verlassen das Haus.

Jetzt bist du allein und willst nur noch ein ganz kleines bisschen liegen bleiben, um anzukommen in DEINEM Tag. Vielleicht ein bisschen Bett-Yoga.
Du drehst dich aber noch mal kurz auf die Seite und einen Wimpernschlag später merkst du, dass du jetzt doch nochmal eingeschlafen bist. Mist! Verdammt! So war das nicht gedacht!
Kennst du das? Wie fühlst du dich dann? Vermutlich ähnlich wie ich. Noch müder, wie gerädert, der Körper ist zwar vielleicht nicht mehr erschöpft, dafür ist dein Hirn jetzt breiig und dusselig.
Na toll! Also sortiert man jetzt mühsam seine Gedanken und Knochen, steht auf und macht sich irgendwie schon völlig genervt fertig für den Tag.
Dann willst du mit deinen Plänen anfangen und merkst schnell, oh Mist, so wie du es dir vorgestellt hast, läuft es nicht. Wie gesagt, dein Hirn ist knülle, du kannst nicht mehr geradeaus denken, schlimmstenfalls streikt auch dein Körper und sendet Schmerzen oder Blockaden.

Also legst du mit deinem Kaffee oder Tee und deiner Morgenroutine noch eine wohltuende Pause ein. Sie wird länger und länger. Deine Pläne schwinden, du verschiebst sie auf wann anders. Morgen ist auch noch ein Tag.

Nach dem Motto: im Alltag kriege ich das auch schon irgendwie unter, weil wenn ich im Alltag funktionieren muss, dann geht das schon. Okay, dann heute also nur Selbstfürsorge, bisschen Pause, gutes Essen und was sonst geht und PAUSE, und die Gedanken daran, dass hoffentlich dieser gebrauchte Tag bald zu Ende geht.
Was sagt dir an solchen Tagen dein schlechtes Gewissen Trudenmarie oder dein innerer Schweinehund Dietbert?

Sitzen die in deinem Kopf oder auf deiner Schulter und schimpfen mächtig mit dir? Meckern auf allerhöchstem Niveau. „Wie kannst du nur so einen Tag völlig verpeilt ziehen lassen?!“ oder „Warum reißt du dich nicht mal zusammen?!“ und der Klassiker „Du faules Stück!“

So weit, so ungut. Doch statt dich von deinen inneren Kritikern runterputzen zu lassen, kannst du etwas tun! Du kannst deine Sichtweise ändern! Mit kleinen Veränderungen im Denken, ein bisschen drehen an der Anspruchs- und Erwartungsschraube und einem sehr liebevollen Blick auf dich.

Geh wirklich liebevoll mit dir um – egal ob an so einem Tag, oder an einem Tag, wo alles klappt. Geh in die Akzeptanz. Ich weiß, genau das ist oft schwierig. Akzeptieren was und wie es ist. Für mich war das früher immer gleichbedeutend mit „dann muss das ja gut sein“ – Irrtum, nein, absolut nicht richtig. Akzeptanz bedeutet nicht gleich, dass etwas gut ist. Akzeptanz bedeutet, etwas so anzuerkennen, wie es ist – nicht mehr und nicht weniger. Schön oder unschön. Und wenn du das schaffst, ist der Weg zur Veränderung geöffnet.

Das sieht dann so aus: an dem oben gesagten Tag läuft nichts so, wie du es dir vorher ausgedacht und geplant hast (kommt im Leben nicht immer irgendwas dazwischen?). Doch statt dich selbst dafür zu beschimpfen, fängst du an, die Situation zu akzeptieren. „Okay, dann ist das jetzt so, dass ich platt bin. Dann ist das jetzt so, dass ich Pause mache.“ Versteh mich bitte nicht falsch, das hat nichts mit klein beigeben oder nachgeben oder gar aufgeben zu tun. Du siehst nur genau in diesem Moment, was die Realität dir bringt. Und das erkennst du an.
Später kannst du ja neu bewerten – nein, nicht bewerten…Bewertung ist hier fehl am Platz. Du merkst, du kannst heute keine Stunde Power-Hatha-Yoga machen – okay. Dann ist das so. Das ist weder schlecht noch gut noch bescheiden noch was weiß ich. Es ist! Punkt. Fertig. Du anerkennst – es ist!

Also du kannst später dann mal überlegen, was du stattdessen tun magst. Vielleicht statt Hatha mal 3 Übungen aus dem YinYoga oder eine kurze Meditation – oder einfach NIX! Auch prima. Das ist völlig okay! Verurteile dich niemals dafür, wenn du etwas nicht schaffst. Ganz ehrlich!? Die Ablage liegt seit Monaten, da kommt es auf weitere Tage nicht an. Die Welt geht in den wenigsten Fällen davon unter, wenn du platt bist und dich rausnimmst.
Du könntest dein planerisches Talent hervorkramen und delegieren. Völlig ohne Trudenmarie oder Dietbert! Schlechtes Gewissen redet man sich selbst ein – also lass das!
Eine große Bitte an dieser Stelle! Wenn es viele Tage hintereinander so ist und du nicht weißt, woran es liegt, lass es bitte ärztlich abklären.

Wieder zurück zu dem „gebrauchten Tag“. Du bist jetzt liebevoll zu dir selbst, hörst auf Körper, Bauch und Herz (und Kopf) und schaffst es, zu akzeptieren, dass der Tag heute genau so ist wie er ist. Du merkst, dass du vielleicht genau das gebraucht hast und nicht die Vorhaben in den Planungen vorher.
Dann wirst du am Ende des Tages hoffentlich sagen können „Das tat gut! Das hab ich gebraucht“! Atme tief durch, mach gerne eine kleine Dankbarkeitsübung. Nimm dir dazu drei Zettel oder dein Notizbuch und schreibe drei Dinge auf, für die du heute dankbar warst. Vielleicht ist es der Kaffee oder das Streaming-Abo – völlig egal. Du warst dankbar für ganz vieles und pickst dir jetzt spontan drei Sachen heraus! Ich mache das gerne so, dass ich das Datum notiere und dann die Zettel in ein großes Glas (ausrangiertes Gurkenglas o.ä.) stecke. Das füllt sich immer weiter und ich fühle mich dann noch dankbarer für die ganzen Gelegenheiten. Mit bunten Zetteln machst du es auch noch richtig fröhlich.

Und morgen ist ein neuer Tag! Ein neuer Tag mit vielen neuen Möglichkeiten und Chancen. Ein neuer Tag, an dem du merkst, du bist genau richtig so wie du bist! Du bist genug! Deine Einschränkungen sind da, ja und?! Du bist weder deine Gedanken noch deine Einschränkungen! Du bist Du! Geh liebevoll mit dir um. Du bist großartig!

Wenn du dir das nicht glaubst, dann schreib dir Klebezettel mit genau diesen Sätzen und verteile sie in deiner Wohnung (oder auch an deinem Arbeitsplatz) an Stellen, die du öfters am Tag siehst.


Sätze wie: Du bist großartig! Du bist genug! Du bist schön! Du schaffst das! Du gehst deinen Weg!
Dir fällt schon das Richtige für dich ein. Und bitte überhöre Trudenmarie oder Dietbert, wenn die mal wieder an dir oder deiner Idee rumkritisieren.

In diesem Sinne – wenn du mehr über Selbstliebe, Dankbarkeit und Achtsamkeit im Alltag wissen möchtest, melde dich gerne bei mir.
Noch habe ich keinen ausgeklügelten Kurs oder ähnliches.
Ich biete dir aber gerne an, uns per Mail auszutauschen. Alles Weitere klären wir persönlich.

Melde dich unter daniela-schillmoeller@gmx.de, schreib mir eine Mail und dann sehen wir weiter.

Bis ganz bald

Daniela Schillmöller - Glückspraktikerin

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