Wie ich wurde, was ich bin! Mein Weg zur whatever!?!

Wie ich wurde, was ich bin! Mein Weg zur whatever!?!

Unentschlossenste Frau, die ich kenne. Oder Expertin für mich! Nein…Freundin von Dankbarkeit und Glück – vor allem als Fatigue-Betroffene – genau, das ist es, das passt!!!
Als Judith aka Sympatexter das Thema veröffentlicht hat, habe ich einen kleinen Lachflash erlitten. Das Thema beim #boomboomblog2022 lautet „Wie ich wurde, was ich bin“ und mir kam als erstes „müde“ in den Sinn.
Klar, als Fatigue-Betroffene passt das perfekt. Darüber poste ich ja auf Instagram und Facebook öfters. Immer nur kurz und nie perfekt und ausgefeilt, was mich dabei begleitet sind Glück und Dankbarkeit. Und so ging es los!

Mönchengladbach, Karsamstag 1971
Mein Weg zum Profi für Dankbarkeit und Glück startet schon mit meiner Geburt – irgendwie.

Danis Grinsebäckchen ca. Oktober 1971

Zuerst werde ich mal Lach-Expertin – ich lache immer und überall. Sogar in meinem Abi-Heft 1990 haben meine MitschülerInnen darüber geschrieben – Dani die Grinsekatze.
Und dann schreiben sie noch, dass man ja auch später noch heiraten könne.

Abi-Zeitung Stift.-Hum.-Gymnasium MG 1990

Ja, kann man und tut man auch, und zwar am 19.9.91. Ziemlich spontan, zumindest was den Termin angeht. Ich war in der Ausbildung, mein Zukünftiger musste zur Bundeswehr, eine Wohnung musste bezahlt werden, also nehmen wir die staatliche Unterstützung für Verheiratete einfach mit, denn im nächsten Sommer hätte es so weit sein sollen.
Er ist übrigens der, den meine MitschülerInnen im Abi-Heft meinen.

Hochzeitsfoto

Martin ist seit 1. Juni 1986 mein Fels in der Brandung, mein Ruhepol, mein Seelenverwandter, der Beste, mein Mit-Lacher. Durch ihn erfahre ich, was Glück und Dankbarkeit bedeuten. Das zeigt sich im Laufe der Zeit immer wieder.

Das Leben Anfang/Mitte 20 läuft fröhlich dahin. Job gut, Wohnung gut, Beziehung sowieso gut.
Dann wurde ich schwanger.
Im Juli 1996 bekam ich deswegen von meiner Chefin (zu der Zeit selbst schwanger) zu hören, dass meine Pläne mit Kind und Umzug ins Rhein-Main-Gebiet nicht kompatibel mit denen des Unternehmens wären.
Okay, ich ließ mir von niemandem mein Glück stehlen. Also kündigte ich, organisierte den Umzug.

Seidengemaltes Bild des Umzugs

Im März 1997 habe ich dann unsere Tochter zur Welt gebracht – nach einer sehr glücklichen Schwangerschaft und dankbar, weil sich ein schlimmer Verdacht nicht bestätigte (das würde hier den Rahmen sprengen).

(Noch) Schwanger – ca. 10 Stunden vor der Entbindung

Es folgten Jahre mit viel Lachen, glücklichen Umständen, Dankbarkeit für richtige Entscheidungen usw.
Wir springen mal ein ganzes Stück weiter.

2011 nach vielen kleinen Jobs und einer glücklich machenden Kündigung beschloss ich, mich mit einem Büro-Service selbstständig zu machen. Bis ich durch eine glückliche Fügung eine Festanstellung bekam.
Dezember 2011 – Assistentin der Geschäftsführung in einem Autohaus. Zuerst am Frontdesk und später Backoffice mit Buchhaltung etc.

Montag, 16. Januar 2012 das Glück scheint ausgereizt zu sein. Am Freitag vorher war ich wegen einer fiesen Blasenentzündung beim Hausarzt, den ich wegen einer Muskelverhärtung im Brustmuskel um Rat fragte. Pustekuchen, Muskelverhärtung – ich solle sofort einen Termin beim Gynäkologen machen. Glück am Telefon, Termin schon Montag.
Dann ging alles Schlag auf Schlag. Ultraschall, Mammographie und Stanzbiopsie bestätigten innerhalb von nicht ganz zwei Wochen die Tumordiagnose. Bähm – Brustkrebs – niemand in meiner Familie ist daran bisher je erkrankt – nun gut, bin ich mal die erste.
Doch auch hier hatte ich Glück – der Tumor war zwar relativ groß und wuchs recht schnell, hatte noch nicht gestreut und auch keine Lymphknoten befallen. Die Tumorformel war ebenfalls gut.

Klinikzimmer mit Meerblick – mitten in Hanau (Hessen)

Am 7. Februar 2012 bekam ich mitten in Hanau ein Zimmer im Klinikum mit Meerblick – mein Mann hat das organisiert und wir sorgten damit für viele Lacher. Nach der OP erzählte ich der Psychoonkologin, dass ich immer gute Laune habe, egal wie schlecht es mir geht, denn schlechte Laune macht es ja nicht besser. Diese Einstellung hat mir über viele Tiefpunkte während Chemo und Bestrahlung geholfen.

Chemo-Cocktail – fehlt nur der O-Saft zum „Campari“

Im Anschluss an die Behandlungen sollte es zur Reha gehen. Ich habe einfach im Antrag meine Lieblings-Wunsch-Klinik angegeben – Nordsee-Klinik Westerland.
Und yeah, ich durfte glücklich und sehr dankbar im Oktober 2012 für 4 Wochen nach Sylt.

Collage von Sylt-Fotos

Meinen weiteren Plänen stand nichts im Wege – so dachte ich. Also fing ich an, mich um Dani 2.0 zu kümmern.
Ich absolvierte 2013 eine Weiterbildung zur Fachkraft für Finanzbuchführung als Klassenbeste. Ich schrieb zwei Bewerbungen, meinen Job im Autohaus hatte ich wegen der Erkrankung bzw. des sowieso befristeten Arbeitsvertrags freigeben dürfen. Ich bekam unmittelbar nach dem einzigen Vorstellungsgespräch eine Anstellung in der öffentlichen Verwaltung ab Januar 2014 – ich war super glücklich.

Doch im den kommenden Jahren steigerte sich meine Fatigue. Ich durfte mehrmals zur Reha, habe MBSR kennengelernt und begonnen, Achtsamkeit und Meditation zu üben.
Ende 2018 und Anfang 2019 machte ich Ausbildungen zur Achtsamkeitstrainerin, Meditationslehrerin, Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung und Lachyoga-Leiterin – hauptsächlich für mich. Mittlerweile musste ich wegen der Fatigue meine Arbeitszeit auf die Hälfte reduzieren. Trotzdem wollte ich nebenbei mein Wissen weitergeben. Doch mein Dienstherr erlaubte es nicht. Egal, ich hatte ohnehin gerade genug mit mir zu tun. Und dann kam „C“.

Meine Wall of Certifications

Ich stellte fest, dass es zu wenige Experten für tumorbedingte Erschöpfung gibt bzw. dass viele Ärzte diese Erkrankung als Langzeitfolge überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Ich hatte keine Lust auf die Depressionsschublade (bitte nicht falsch verstehen, Fatigue ist etwas ganz anderes als eine Depression, auch wenn sie sich sehr ähneln). Die lösungsorientierte Optimistin in mir strebte nach radikaler Akzeptanz.

Juni 2020 – Aufgrund immer häufigeren und längeren Ausfallzeiten und stärker werdenden kognitiven Einschränkungen durch die Fatigue, wurde mir geraten, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Ich war dauerhaft arbeitsunfähig.
Mit viel Glück und Hilfe bei den Anträgen durch den VdK, meiner Kündigung bei der Behörde, viel Unterstützung durch einen erfreulicherweise neutralen Gutachter sowie einer kompetenten Psychotherapeutin wurde diese Rente zum 1. Januar 2021 bewilligt.

Büro-Auszug September 2020

Und was macht mich außerdem zur Freundin von Dankbarkeit und Glück?
Na ganz klar, meine kleine Kernfamilie. Mein Mann, der mich seit mittlerweile 36 Jahren durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Meine wunderbare Tochter, die mich am 3. Januar 2022 zur Oma von Marlyn Sophie gemacht hat. Und mein charmanter Schwiegersohn in spe, wo vielleicht ganz bald das „in spe“ gestrichen werden kann.

Großen Anteil hat seit Oktober 2021 mein persönlicher Coach auf vier Pfoten mit zimtfarbenem Fell – Toby.

Toby – Achtsamkeitskollege und Motivationstrainer

Wenn du jetzt denkst, dass es sonst keine unglücklichen Begebenheiten gab, irrst du. Es sind Omas und Opas, Schwiegermama und Schwiegerpapa sowie mein Papa im Laufe der Jahre verstorben.

Gedenksteine für die Seebestattung meines Papas August 2021

Auch einige interfamiliäre Themen haben mich oft an mir zweifeln lassen. Vielleicht habe ich eine stark ausgeprägte Resilienz, ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich von meiner Oma schon früh gelernt, dass alles immer für irgendwas gut ist. Das macht mich aus, so bin ich. Dankbar und glücklich!

Willst du mehr über Cancer related Fatigue – tumorassoziierte Fatigue lesen oder wie ich im Alltag damit umgehe? Oder wirst du selbst von einer tumorbedingten Erschöpfung begleitet und möchtest dich mit mir austauschen? Oder vielleicht willst du einfach mehr zum Thema Glück trotz widriger Umstände erfahren?
Dann folge mir auf Instagram oder abonniere meinen Blog.

Ganz lieben Dank an die großartige Judith Peters von sympatexter, die diesen #boomboomblog2022 aufgezogen hat und viele Menschen zum bloggen bringt.

PS 21. September 2022: nachdem ich mit meinem Blog ein bisschen zu oft hin und her umgezogen bin, war dieser Artikel leider verschollen. Deshalb habe ich ihn mit einem Skript, was nicht ganz dem endgültigen Artikel entspricht, erneut veröffentlicht. Ich finde, der gehört unbedingt auf meinen Blog.

Daniela Schillmöller - Glückspraktikerin

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